Abstimmungen im November

Tessiner Kirche sagt zweimal Ja

Die Chiesa evangelica riformata in Ticino unterstützt beide Volksinitiativen, die am 29. November zur Abstimmung kommen. Ausserdem bekundet sie Unmut über Änderungen im Programm von RSI.

Politische Belange standen ganz oben auf der Tagesordnung der Tessiner Synode vom 24. Oktober. So beschlossen die Mitglieder ein Ja zur Konzernverantwortungsinitiative. Die durch die Vorlage aufgeworfenen Fragen würden Aspekte «der Gerechtigkeit, den Schutz der Schöpfung und die Verteidigung der Menschenrechte berühren und damit an das christliche Gewissen appellieren», wird Pfarrer Tobias Ulbrich, Synodalratspräsident der Chiesa evangelica riformata in Ticino (CERT), in einer aktuellen Medienmitteilung zitiert.

Keine Unterstützung für Kriegsmaterialproduzenten

Ebenso beschlossen die Synodalen ein Ja zur Initiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten» (Kriegsgeschäfte-Initiative), die von der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) und den Jungen Grünen lanciert wurde. Die Vorlage will, dass der Schweizerischen Nationalbank, Stiftungen sowie Einrichtungen der staatlichen und beruflichen Vorsorge die Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten untersagt wird. «Die Synode unterstützt das Ziel der Volksinitiative, dass öffentliche Gelder nicht in die Kriegsindustrie investiert werden, und schlägt vor, dass sie stattdessen in eine Umstellung auf die zivile Industrie investiert werden», schreibt die CERT.

Die Kriegsgeschäfte-Initiative kommt – ebenso wie die Konzernverantwortungsinitiative – am 29. November zur Abstimmung. Sie ist nicht zu verwechseln mit der sogenannten Korrektur-Initiative, die aktuell noch im Parlament debattiert wird und gerade in kirchlichen Kreisen grossen Rückhalt geniesst (ref.ch berichtete).

Gegen Änderungen im RSI-Programm

Weiter diskutierten die Synodalen auch Änderungen im Programm von Radiotelevisione Svizzera (RSI). Laut Mitteilung sei das Budget von «Segni dei Tempi», einer wöchentlichen Fernsehsendung aus dem Bereich Religion, drastisch gekürzt worden. Insbesondere habe die Streichung der Wiederholung am Montagabend für Unmut bei den Synodalen gesorgt, schreibt die CERT. Man bitte darum, diesen Schritt wieder rückgängig zu machen, und fordere die Leitung von RSI auf, «über einen möglichen besseren Sendeplatz für die Hauptausgabe des Programms nachzudenken.» (vbu)