EKS bekräftigt Unterstützung für Kovi

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) und die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme für die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi) aus. Diese könne die Menschenrechte stärken und Signalwirkung über die Schweiz hinaus erzielen.


Die Konzernverantwortungsinitiative könne zur Durchsetzung der Menschenrechte und von Umweltstandards beitragen, schreiben die EKS und die SBK in ihrer Stellungnahme «Wirtschaft braucht Menschenrechte» vom 8. Oktober. Die Initiative gehe die Probleme dort an, wo ärmste und wehrloseste Menschen betroffen seien. Denn gerade diese Menschen hätten keine Macht und Möglichkeiten, ihre Menschenrechte einzuklagen oder zu erkämpfen.

«Es wäre doch zynisch, wenn den Menschen zwar gesagt wird, dass sie Rechte haben, aber niemand sie dabei unterstützt, diese auch einfordern zu können», so EKS-Ratsmitglied Pierre-Philippe Blaser. Deshalb sei der Rat mehrheitlich zur Auffassung gelangt, dass es konkrete Massnahmen brauche, um dies zu ändern. «Die Initiative kann einen wichtigen Schritt in diese Richtung leisten.

Appell an Regierung und Unternehmen

Zugleich richte die Initiative einen «dringenden Appell» an die Schweizer Regierung und an die Staatengemeinschaft, «entschiedener und kompromissloser» für die Menschenrechte auf der ganzen Welt einzutreten. Die EKS und die SBK mahnen zudem die Unternehmen, dass die Menschenrechte nicht zur Verhandlungssache werden dürften. Zudem sollte kein Unternehmen aus der Verletzung von Menschenrechten Profit oder Vorteile schlagen können.

Der Rat der EKS hatte sich zunächst für den indirekten Gegenvorschlag zur Kovi eingesetzt. Dieser kam im Parlament allerdings nicht durch. Die EKS und auch andere Kirchen haben sich danach entschieden, sich für die Initiative einzusetzen. Im Komitee «Kirche für Konzernverantwortung» engagieren sich neben der EKS und der SBK auch über 600 Kirchgemeinden und Pfarreien, sowie diverse Organisationen wie Heks oder Brot für alle. Allerdings gibt es auch ein kirchliches Komitee, das sich gegen die Vorlage stellt. Die Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative findet am 29. November 2020 statt. (mos)