Sudan
Menschenrechtskommissar fordert mehr Schutz für Zivilbevölkerung
Eines der grössten Probleme sei die Verbreitung von Waffen auf dem neuesten technischen Stand in den Händen der beiden Kriegsparteien, erklärte Türk. Seit April 2023 kämpfen im Sudan die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) gegen die sudanesische Armee um Macht und Zugang zu Ressourcen.
Das Menschenrechts-Büro sammle Beweise für die schrecklichen Verbrechen und wolle helfen, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, sagte Türk. Aus der Stadt Al-Faschir in der Region Darfur, die Ende Oktober an die RSF fiel, gebe es unzählige Berichte von sexueller Gewalt an Frauen und von Massenhinrichtungen von Männern (ref.ch berichtete). Er fürchte, dass sich ähnliche Verbrechen in der Region Kordofan wiederholen könnten, erklärte der UN-Hochkommissar.
Türk kritisierte ausserdem die Rekrutierung von Kindern sowie die Militarisierung der Zivilgesellschaft. Nur wenn Menschenrechte zentral seien, könne nachhaltig Frieden geschaffen werden. Dennoch zeigte sich Türk überzeugt, dass der Wille der jungen Generation für eine gute Zukunft ungebrochen sei. Ehrenamtliche Helfer, die Nothilfe in betroffenen Gebieten organisieren, seien dafür der Beweis. (epd/ gab)