«Sea-Watch 3» rettet 100 Flüchtlinge im Mittelmeer

Das Rettungsschiff «Sea-Watch 3» hat dutzende Menschen, darunter Frauen und Minderjährige, aus dem Mittelmeer gerettet. Erst vor drei Tagen ist es zu einem schweren Bootsunglück gekommen. Unter anderem wurde an einem libyschen Strand ein toter Säugling angespült.


Nach mehr als drei Monaten Zwangspause hat die «Sea-Watch 3» knapp 30 Seemeilen vor der libyschen Küste rund 100 Migranten aus Seenot gerettet, darunter Frauen und Minderjährige. Mehrere der Geretteten hätten an Bord des Rettungsschiffs umgehend medizinische Hilfe erhalten, teilte Sea-Watch am 17. Juni auf Twitter mit. Unterdessen entdeckte ein Suchflugzeug der deutschen Hilfsorganisation vor der libyschen Küste ein weiteres in Seenot geratenes Boot mit etwa 70 Menschen an Bord.

Drei Tage nach einem Bootsunglück mit mutmasslich elf Toten wurde am Strand der libyschen Küstenstadt Sorman die Leiche eines wenige Monate alten Babys gefunden. Ein vom italienischen Online-Nachrichtendienst «Mediterraneo» veröffentlichtes Foto zeigt den noch in einem Strampelanzug steckenden leblosen Körper nach der Bergung durch Einsatzkräfte des Roten Halbmonds.

Zwei Wochen in Quarantäne

Das Seenotrettungsschiff «Sea-Watch 3» war vor wenigen Tagen vom italienischen Messina aus in Richtung libyscher Küste gefahren und patrouillierte zwischen Libyen und Malta. Nach einem Rettungseinsatz im Februar stand das Schiff zunächst zwei Wochen unter Quarantäne. Als die «Sea-Watch 3» wieder bereit zum Auslaufen war, bremste der Corona-Lockdown die Retter aus. (epd/bat)