Mittelmeer

Rettungsschiff «Sea-Eye 4» soll im Frühjahr erste Mission starten

Ein Grossteil der Umbaukosten für das Rettungsschiff «Sea-Eye 4» konnte gesammelt werden. So kann das Schiff, das auch durch Spenden des kirchlich initiierte Bündnis‘ «United4Rescue» finanziert wird, bald in See stechen.

Die deutsche Seenotrettungsorganisation Sea-Eye will voraussichtlich noch im Frühjahr das neue Schiff «Sea-Eye 4» auf Mission ins Mittelmeer schicken. Wie die Regensburger Hilfsorganisation am Donnerstag mitteilte, seien die Finanzierung des Kaufs und ein grosser Teil der Umbaukosten für das neue Schiff gesichert. Die «Sea-Eye 4» soll Ende Februar getauft und daraufhin ins Mittelmeer überführt werden.

Aktuell befinde sich die «Sea-Eye 4» noch in einer Werft in Rostock. Das ehemalige Offshore-Versorgungsschiff (Baujahr 1972) sei mit 55 Metern Länge und elf Metern Breite deutlich größer und besser ausgestattet als die «Alan Kurdi», das derzeitige Rettungsschiff von Sea-Eye.

Lage dramatisch

Im November 2020 hatten das kirchlich initiierte Bündnis für die zivile Seenotrettung «United4Rescue» und Sea-Eye gemeinsam zu einer Spendenaktion für ein weiteres Rettungsschiff aufgerufen. Innerhalb von wenigen Wochen sei das Spendenziel von 434'000 Euro erreicht worden. «Das zeigt auch, wie viele Menschen es in unserem Land gibt, die dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zuschauen wollen», sagte «United4Rescue»-Vorstand Michael Schwickart laut Mitteilung.

Die Lage auf dem Mittelmeer sei nach wie vor dramatisch. Laut Sea-Eye sind in den ersten Wochen des neuen Jahres 124 Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken, zahlreiche Geflüchtete seien von der libyschen Küstenwache zurück nach Libyen gebracht worden. Die EU-Mitgliedstaaten ignorierten «ihre staatliche Pflicht zur Seenotrettung». Rettungsschiffe würden immer wieder aus politischen Gründen behindert und festgesetzt. In der Folge sei über Monate kein einziges Rettungsschiff im Einsatz gewesen. (epd/bat)