Pariser Juden vermehrt mit Antisemitismus konfrontiert
Nach einer Häufung antisemitischer Vorfälle im Grossraum Paris stellt die Hauptstadtregion einen Notfallfonds von umgerechnet knapp einer Million Franken zum Schutz jüdischer Einrichtungen und Einwohner bereit. Mit dem Geld sollen Schulen, kulturelle Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen von Menschen besonders geschützt werden, die durch Antisemitismus bedroht sind. Die Polizei hat ohnehin bereits ihre Schutzmassnahmen hochgefahren.
«Seit dem 7. Oktober ist der israelisch-palästinensische Konflikt auf französischen Boden importiert worden, und insbesondere in den Grossraum Paris», sagte die Politikerin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Konservativen, Valerie Pécresse. «Unsere jüdischen Mitbürger sind einer abscheulichen Welle von Antisemitismus ausgesetzt.» Diejenigen, die Juden bedrohten und Davidsterne an die Wände sprühten, müssten sich schämen. Jeder, der einen Franzosen wegen seiner Religion angreife, greife Frankreich an, sagte Pécresse.
Der Pariser Polizeipräsident Laurent Nuñez bezifferte die Zahl antisemitischer Vorfälle seit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel auf 375, im Grossraum Paris habe es 130 Festnahmen gegeben. «Es gibt eine Welle von Antisemitismus, die nicht normal ist», sagte der Polizeichef - der all-morgendliche Blick auf die Zusammenfassung der Vorfälle erschrecke ihn. Diese reichten von Farbschmierereien über Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu Körperverletzung und Sachbeschädigung. (jow)