Ungleichheit

Oxfam: G20-Milliardäre um 2,2 Billionen Dollar reicher

Der jährliche Vermögenszuwachs der Milliardärinnen und Milliardäre in den G20-Staaten könnte laut Oxfam Milliarden Menschen aus der Armut befreien. Die Hilfsorganisation fordert eine Besteuerung der Superreichen.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Was das konkret heisst, zeigt eine neue Analyse: Mit dem Geld, das Superreiche in den G20-Staaten innerhalb eines Jahres dazugewonnen haben, könnte man 3,8 Milliarden Menschen aus der Armut befreien.

Denn: Um 2200 Milliarden US-Dollar reicher sind Milliardärinnen und Milliardäre in den G20-Staaten geworden. Das ergibt eine Oxfam-Analyse. Der Vermögenszuwachs sei schneller vorangeschritten als 2023. Jede Woche seien fast vier neue Milliardärinnen dazugekommen. Die Hilfsorganisation kritisiert die eklatante Ungleichheit ebenso wie eine Gruppe prominenter Ökonomen (ref.ch berichtete). Am Wochenende findet der G20-Gipfel in Südafrika statt.

Innerhalb nur eines Jahres hätten die Superreichen ihr Vermögen von 13,4 Billionen US-Dollar auf 15,6 Billionen US-Dollar gesteigert. Demgegenüber seien nur 1,65 Billionen US-Dollar nötig, um die Armut der 3,8 Milliarden Menschen zu bekämpfen. Diese Menschen leben unterhalb der erweiterten Armutsgrenze der Weltbank von 8,30 US-Dollar pro Tag. «Weltweit fügt die wachsende Ungleichheit der Menschheit schweren Schaden zu», betonte ein Oxfam-Sprecher. Sie bringe Millionen Menschen in wirtschaftliche Not, fördere politische Spaltung und gefährde die Demokratie.

Ausserdem sollten die Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit zurückgenommen und Superreiche in die Pflicht genommen werden. «Es ist absolut inakzeptabel, dass Superreiche noch immer nicht angemessen besteuert werden, während gleichzeitig immer mehr Regierungen die Entwicklungszusammenarbeit zusammenstreichen», sagte der Sprecher.

Auf die Initiative des brasilianischen Präsidenten Lula hin hatte Brasilien im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft bereits im vergangenen Jahr ein Konzept für eine Abgabe für Superreiche vorgestellt. Der G20 gehören die 19 führenden Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union an. (epd/ dst)

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