Ökumenische Kampagne 2020 widmet sich dem Saatgut

Grosse Agrarkonzerne bestimmen zunehmend, welche Nahrungsmittel angebaut werden. Laut dem Hilfswerk Brot für alle wird traditionelles Saatgut dabei verdrängt – teilweise mit dramatischen Folgen.


Laut dem Hilfswerk Brot für alle (Bfa) werden 70 Prozent der global produzierten Nahrungsmittel derzeit von Kleinbauern angebaut. Diese setzten auf Tauschhandel, traditionelle Pflanzensorten sowie dem lokalen Klima angepasste Züchtungen.

Dieses System sei aber durch Agrarkonzerne und Freihandelsabkommen zunehmend gefährdet. Letztere verlangten gemäss Bfa oft strikte Saatgut- und Sortenschutzgesetze, was Bauern zwinge, industrielles Saatgut bei den Unternehmen zu kaufen. Darauf will nun die 51. Ökumenische Kampagne von Bfa, Fastenopfer und Partner sein aufmerksam machen.

Agrarkonzerne würden sich an grossflächiger Landwirtschaft orientieren und auf wenige Sorten mit grösstem Gewinn setzen, schreibt Bfa in einer Mitteilung vom 19. Dezember. Industrielles Saatgut sei aber anfällig für Schädlinge und brauche viele zusätzliche Nährstoffe. Um sich Pestizide und Dünger leisten zu können, müssten sich viele Kleinbäuerinnen verschulden. Zudem leide durch diesen Prozess die Artenvielfalt.

Eine Kampagne zur Fastenzeit

Die Hilfswerke fordern dazu auf, im Rahmen der Kampagne Briefe ans Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zu schicken, das für die Schweizer Freihandelsabkommen zuständig ist. Ebenso geplant sind ein Suppentag, ein Rosenverkauf sowie die Aktion «Brot zum Teilen».

Die Ökumenische Kampagne wird seit 1969 von Brot für alle und Fastenopfer durchgeführt. Seit 1994 beteiligt sich auch die Organisation Partner sein. Die Kampagne beginnt jeweils am Aschermittwoch und dauert bis Ostern. Bisherige Schwerpunktthemen waren unter anderem Landraub, Rohstoffe oder Kinderarbeit. (vbu)