Aargau

Konferenz der Religionen protestiert gegen Kopftuchverbot

Der Aargauer Grosse Rat lässt die Grundlagen für ein Kopftuchverbot an Schulen ausarbeiten. Das sei der falsche Weg, sagt die Aargauer Konferenz der Religionen und fordert stattdessen die Schulen zu stärken.

Die Motion «Schutz von Mädchen vor religiösem Zwang» hat der Aargauer Grosse Rat im August an den Regierungsrat überwiesen (ref.ch berichtete). In einer Stellungnahme wehrt sich die Aargauer Konferenz der Religionen gegen diese Pläne. Sie schreibt: «Wer sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Zwang und Gewalt einsetzen möchte, sollte nicht der Versuchung erliegen, dies über ein Verbot von Kopftüchern an Schulen erreichen zu wollen.»

Die reformierten, christkatholischen, katholischen, jüdischen, muslimischen Mitglieder der Konferenz verweisen darauf, dass ein Kopftuchverbot sowohl die Bundes- als auch die Kantonsverfassung verletzen würde. Wer trotzdem für ein solches Verbot argumentiere, müsse nachweisen können, dass ein schützenswerteres Gut gebe als beispielsweise die religiöse Neutralität des Staates.

Den Schutz von Mädchen und Frauen vor religiösem Zwang verfehle ein Kopftuchverbot, ist sich die Konferenz sicher. Solcher Zwang komme in jeder religiösen Gemeinschaft vor und sei mehrheitlich unsichtbar. Kinder und Jugendliche müssten «in ihrer Selbstbestimmung und Urteilskraft in Fragen der Religionen» gestärkt werden.

Diese Aufgabe sieht die Konferenz bei den Schulen und fordert, dass diese mehr Geld zu Verfügung bekommen. Dann könnten die Schulen beispielsweise Vertrauenspersonen einstellen, an die sich die Kinder und Jugendlichen wenden könnten, wenn sie in ihrem Umfeld Zwang und Gewalt ausgesetzt seien.

Kopftuchverbote wurden unter anderem in den Kantonsräten Genf, St. Gallen und diese Woche in Zürich besprochen (ref.ch berichtete). (dst)

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