Kopftuchdebatte
Zürcher Kantonsrat für ein Kopftuchverbot an Schulen
Die Zürcher SVP macht sich Sorgen um die Gleichstellung muslimischer Frauen und weiblicher Jugendlichen. In einer Motion, über die der Zürcher Kantonsrat am Montag beraten hat, heisst es, das Kopftuch «vielfach nicht freiwillig getragen» drücke «Diskriminierung von muslimischen Frauen und Mädchen aus». Es widerspreche «dem pädagogischen Ziel der Gleichberechtigung und der Chancengleichheit».
Die Motion konzentriert sich auf das Kopftuch, denn Symbole und Kleidungsstücke anderer Religionen könnten damit nicht verglichen werden. Eine Lehrerin, die ein Kopftuch trage, schreibt die SVP, könne die «Werte von Gleichberechtigung und gleichen Freiheiten» nicht glaubhaft vermitteln.
Die Motion wurde heftig diskutiert. Gegen ein Kopftuchverbot in Schulen und Kindergärten stellten sich SP, Grüne, Mitte und Alternative Liste. Dafür waren SVP, FDP, GLP und EVP. Die Abstimmung fiel knapp aus mit 87 Ja- und 82 Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen.
Der Regierungsrat ist damit nun beauftragt, innerhalb der kommenden zwei Jahre einen konkreten Antrag auszuarbeiten. Vergangene Woche hatte bereits der Aargauer Kantonsrat beschlossen, die Grundlage für ein Kopftuchverbot zu schaffen (ref.ch berichtete).
Die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) reagierte mit einer Stellungnahme. «Die Gleichstellung und Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen sowie ihr Schutz vor Zwang sind wichtige gesellschaftliche Anliegen, die auch die VIOZ ausdrücklich unterstützt», heisst es darin. Wo Druck oder Zwang bestünden, müssten Betroffene ernst genommen, geschützt und unterstützt werden. Die VIOZ betont, dass je nach Situation zwischen Zwang und selbstbestimmter religiöser Lebensweise unterschieden werden müsse. (dst)