Kirchliches Rettungsschiff «Sea-Watch 4» ist einsatzbereit

Das von der evangelischen Kirche mitinitiierte Rettungsschiff «Sea-Watch 4» soll voraussichtlich im August zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer auslaufen.


«Es machen sich unvermindert Schlauchboote auf den Weg. Entsprechend werden laufend Seenotfälle gemeldet, und es gibt Berichte über Bootsunglücke», sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der Düsseldorfer «Rheinischen Post» am 7. Juli.  Deshalb soll das Schiff «Sea-Watch 4» schon im August in See stechen. Das Schiff werde von einem breiten Bündnis getragen, in dem alle durch eine Überzeugung verbunden seien: «Man lässt keine Menschen ertrinken», sagte Bedford-Strohm.

Solange es die dringend erforderliche staatliche Seenotrettung weiterhin nicht gebe, «werden wir in der Unterstützung der privaten Seenotrettungsorganisationen nicht nachlassen», kündigte der bayerische Landesbischof an. Die Corona-Pandemie habe den Blick der Öffentlichkeit auf andere Fragen gelenkt. Deshalb sei es umso wichtiger, «dass wir nicht wegsehen, wenn Menschen ertrinken».

Unterstützung von Evangelisch-reformierter Kirche Schweiz

Das ehemalige Forschungsschiff war am 20. Februar in Kiel getauft worden. Finanziert wurde es vom Bündnis «United4Rescue», das massgeblich von der EKD initiiert wurde. Sie hatte zu Spenden für das Schiff aufgerufen, bei denen sich auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und die Schweizer Bischofskonferenz beteiligten. Nach den ursprünglichen Plänen sollte das Schiff schon zu Ostern in See stechen. Dann machten aber die Einschränkungen wegen der Corona-Krise dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Die EU-Innenminister beraten am 7. Juli unter anderem über die Seenotrettung im Mittelmeer. (epd/bat)