Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Heinrich Bedford-Strohm wirbt für «wunderbares Amt»

Die Synode der evangelischen bayerischen Landeskirche wählt eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Mit einer Predigt wandte er sich an seine möglichen Nachfolger.

Zum Auftakt der Frühjahrstagung der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) hat Amtsinhaber Heinrich Bedford-Strohm für das «wunderbare Amt» des Landesbischofs geworben. «Auf den Menschen, der gewählt wird, wartet keine Leidenszeit», sagte Bedford-Strohm am Sonntagabend in der Münchner St. Matthäuskirche. Heute wählen die 108 Synodalen seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin im Amt des Landesbischofs.

Amtsantritt ist im November. Es stehen zwei Kandidaten und zwei Kandidatinnen zur Wahl, einen klaren Favoriten gibt es bisher nicht. Bedford-Strohm, der von 2014 bis 2021 auch Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war, sagte in seiner Predigt laut Manuskript: Gleich, wer gewählt werde, er oder sie werde sich in den zehn Jahren Amtszeit «in diesen von so viel Unsicherheit und Komplexität geprägten Zeiten immer wieder diese Frage zu stellen haben: Was ist Wahrheit?».

Im Zentrum der Frühjahrstagung der ELKB-Synode steht zwar die Bischofswahl, doch daneben umfasst das Programm verschiedene andere Schwerpunkte. Die Kirchenparlamentarier befassen sich bis Freitag unter anderem mit dem Umgang der Landeskirche mit sexualisierter Gewalt, auch zwei Betroffene sind mit dabei. Zum Thema Assistierter Suizid diskutieren sie über eine Stellungnahme auf der Grundlage verschiedener Entwürfe. Ausserdem sollen die Kirchenpartnerschaften der ELKB mit Tansania und Brasilien verlängert werden.

Bischofswahl in bayerischer Landeskirche ohne Ergebnis 

Die Bischofswahl ist am Montag ohne Ergebnis abgebrochen worden: Auch im sechsten und laut Bischofswahlgesetz letztmöglichen Wahlgang bekamen weder der Münchner Regionalbischof Christian Kopp (58) noch die Landshuter Dekanin Nina Lubomierski (47) die notwendige absolute Mehrheit von 55 Stimmen aller wahlberechtigten 108 Synodalen. Eine solche Situation gab es in der Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) noch nie.

Lubomierski hatte im sechsten Wahlgang 50 Stimmen erhalten, Kopp 52 Stimmen. Weil es vier Enthaltungen gab, kam keine absolute Mehrheit zustande. Der Wahlvorbereitungsausschuss des Kirchenparlaments muss nun einen neuen Wahlvorschlag erstellen. Damit ist aller Voraussicht nach nicht mehr am Montag zu rechnen. Ob die Bischofswahl überhaupt noch während der Frühjahrstagung stattfinden wird, ist unklar. Die Amtszeit von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm endet am 31. Oktober dieses Jahres. (epd/ bat)

Hinweis: Der Artikel wurde mit dem Abschnitt über den Abbruch der Bischofswahl ergänzt.