Grossmünster

Gesucht: Pfarrperson für prominente Kirche

Ende Februar verlässt Pfarrer Christoph Sigrist das Grossmünster. Eine Nachfolge ist noch nicht gefunden, deshalb übernimmt ein pensionierter Pfarrer die Stellvertretung.

Das Grossmünster ist eines der Wahrzeichen der Stadt Zürich. (Bild: Christian Beutler/ Keystone)

Das Grossmünster ist die bekannteste Kirche in Zürich. Es ist ein Wahrzeichen der Stadt. Hier hat Zwingli gearbeitet, es ist Ausgangspunkt der Reformation in der Schweiz. Das Grossmünster bietet Öffentlichkeit, Bühne und Einfluss. Zwanzig Jahre lang hat Christoph Sigrist diese Möglichkeiten genutzt. Er ist ein prominenter Pfarrer, der in der Öffentlichkeit steht und vieles in Bewegung bringt.

Ende Februar wird er demissionieren und die Pfarrstelle am Grossmünster verlassen. Dieser Entscheid kommt nicht überraschend: Sigrist hat ihn im September vor eineinhalb Jahren mitgeteilt (ref.ch berichtete).

Damit müsste Zeit genug für einen nahtlosen Übergang geblieben sein, könnte man meinen. Denn auch wenn Kirchgemeinden auf dem Land oft jahrelang nach einer neuen Pfarrperson suchen, ist die Besetzung von Pfarrstellen in den Städten noch keine Schwierigkeit (ref.ch berichtete).

Doch noch gibt es offiziell keine Kandidatinnen und Kandidaten für die Stelle. Christoph Sigrist demissioniert bald – und was dann?

Das weiss am ehesten Konrad Schmid, Präsident der Pfarrwahlkommission und Professor für alttestamentliche Wissenschaft und frühjüdische Religionsgeschichte am Theologischen Seminar der Universität Zürich. Er sagt: «Ab März wird ein kompetenter Stellvertreter übernehmen.»

Dabei handelt es sich um Stephan Denzler, wie Grossmünsterpfarrer Martin Rüsch auf Anfrage sagt. Denzler arbeitete fast 20 Jahre als Pfarrer in Winterthur. Vergangenen Sommer wurde er pensioniert.

Die Pfarrwahlkommission hatte erst im Herbst 2023 ihre Arbeit aufgenommen und sich im Oktober zur ersten Sitzung getroffen. Laut Schmid habe es aufgrund der Gesamtstellenzuweisung für die kommende Amtsperiode 2024-2028 lange gedauert, bis das Kirchenparlament den Beschluss zur Einsetzung der Kommission fällen konnte.

Deshalb hat offenbar die Zeit nicht gereicht, für Anfang März eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu präsentieren. Doch Schmid sagt: «Ich habe keine Sorgen, dass wir nicht eine sehr gute Lösung finden werden.»