Zürich

Grossmünster-Pfarrer kündigt Rücktritt an

Christoph Sigrist hat vor knapp 20 Jahren die Pfarrstelle am Grossmünster in Zürich angetreten. Nun hat er auf 2024 seinen Rücktritt angekündigt. Er geht mit einem freudigen Gefühl – aber noch nicht in Frühpension.

Mit 60 Jahren orientiert Christoph Sigrist sich noch einmal neu. Nach seiner Zeit als Grossmünsterpfarrer will er sich vor allem der Diakonie widmen. (Bild: zVg)

Auf Februar 2024 gibt Christoph Sigrist sein Amt als Grossmünster-Pfarrer auf. Er hätte noch um vier Jahre verlängern können, doch er tritt auf eigenen Wunsch zurück. «Ich habe immer gepredigt, dass im Loslassen das Geheimnis liegt. Jetzt setze ich das selber um», sagt Sigrist auf Anfrage von ref.ch. Negative Gefühle hegt er aber keine, im Gegenteil: «Ich gehe mit Freuden und einem sehr schwungvollen Gefühl.»

Sigrist ist in Zürich seit 2003 im Amt. Daneben unterrichtet er Diakoniewissenschaft an der Universität Bern und ist Mitglied des Stiftungsrats des Hilfswerks der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) und Präsident der Stiftung Urbane Diakonie. Auf die Diakonie will Sigrist künftig denn auch den Fokus legen und diese Ämter weiterführen. «Es ist überhaupt nicht so, dass ich vom Pfarrberuf genug habe. Aber ich habe mir mit 60 überlegt, was ich in den nächsten zehn Jahren noch tun möchte.» In der Diakonie liege seine Fachkompetenz und hier sei er mit Herzblut dabei.

Ausserdem sieht Sigrist die Zeit gekommen für eine junge Kraft am Grossmünster, das Pfarramt habe sich stark gewandelt. Das sei aber auch eine Chance. «Im Grossmünster muss man sich nicht fragen, wie die Kirche zu den Menschen kommt. Da werden die Menschen regelrecht hereingeschwemmt.» Diese Herausforderung müsse man angehen. «Das ist so eine lustvolle und spannende Aufgabe, wäre ich 20 Jahre jünger, würde es mich sehr reizen.» (mos)