Fürsorgerische Zwangsmassnahmen

Bundesrat Jans eröffnet Wanderausstellung

Eine Ausstellung in Lausanne widmet sich der Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Ab 2026 wird sie weiterziehen und in anderen Städten zu sehen sein.

Im historischen Museum in Lausanne hat Justizminister Beat Jans die Wanderausstellung über die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz eröffnet. Die Ausstellung «Versorgt, Verdingt, Vergessen? Geschichte(n) von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz» ist bis Mitte März 2026 in Lausanne zu sehen. Danach wird sie in Luzern, Schaffhausen, Bellinzona und Bern gastieren.

Hunderttausende Kinder und Erwachsene waren bis 1981 von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen betroffen, wie Jans' Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement mitteilte. Wer als arm galt oder nicht den gesellschaftlichen Normen entsprach, wurde in Heimen untergebracht, in der Landwirtschaft verdingt oder in Anstalten eingewiesen.

Die Ausstellung richtet sich an die breite Bevölkerung. Den Angaben zufolge bietet sie einen persönlichen und zugleich wissenschaftlich fundierten Zugang zu dem dunklen Kapitel der Schweizer Geschichte.

Erst 2010 und 2013 bat der Bundesrat offiziell um Entschuldigung für das Unrecht. Damit begann auch die Aufarbeitung, die bis heute andauert. Zu den zahlreichen Projekten gehört die Wanderausstellung. Jans sagte bei der Eröffnung, das Leid lasse sich nicht ungeschehen machen, es dürfe sich aber nie wiederholen. (sda/ gab)

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