Chile
Dokumentarfilmer Patricio Guzmán gestorben
Der chilenisch-französische Dokumentarfilmer Patricio Guzmán ist tot. Guzmán sei mit 85 Jahren in seiner Exilheimat in einem Krankenhaus in Paris an einem Herz-Kreislauf-Stillstand gestorben, berichtete der chilenische Radiosender Cooperativa.
«Wir gedenken einer der grossen chilenischen Dokumentarfilmer», schrieb die chilenische Filmakademie auf der Plattform Instagram. Sein künstlerisches Schaffen sei eng mit der chilenischen Geschichte verknüpft. Die chilenische Ombudsstelle für Menschenrechte erklärte auf der Plattform X, Guzmáns Werk sei von grundlegender Bedeutung für das kollektive Gedächtnis der chilenischen Gesellschaft.
Patricio Guzmán wurde am 11. August 1941 in Santiago de Chile geboren. Er begleitete die gewählte sozialistische Regierung von Salvador Allende von 1970 bis 1973 filmisch, wurde nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 festgenommen und ging später ins politische Exil nach Frankreich, wo er bis zu seinem Lebensende lebte. Unter dem 17 Jahre herrschenden Diktator August Pinochet wurden mehr als 3000 Menschen ermordet, über 28'000 wurden von den Militärs verhaftet und gefoltert.
Guzmán widmete sein Lebenswerk der Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen unter der Diktatur. Er wurde international durch die Dokumentarfilmtrilogie «Der Kampf um Chile» bekannt. Diese behandelt die politischen Kämpfe während der Regierungszeit von Allende bis zum Militärputsch. Sein letzter Film «Das Land meiner Träume» wurde 2022 veröffentlicht und beschäftigt sich mit den Protesten gegen das neoliberale Wirtschaftsmodell in Chile im Jahr 2019. (epd/ gab)