Fernsehen
Dokudrama: Von den Taliban gefangengenommen
Das ZDF hat die Entführung von Mitarbeitern des christlichen Hilfswerks «Shelter Now» vor 25 Jahren in Afghanistan als zweiteiliges Dokudrama verfilmt. Die Dokumentation «Die Geiseln des Terrors» wird am 8. und 9. September im Fernsehen ausgestrahlt und ist ab 4. September in der ZDF-Mediathek zu sehen, wie die Organisation in Braunschweig mitteilte. Im August 2001 hatte das Taliban-Regime in Kabul acht ausländische Entwicklungshelfer des Hilfswerks festgenommen, darunter vier Deutsche.
Anlässlich des Jahrestags trafen sich sieben Ex-Geiseln zu einem mehrtägigen Wiedersehen in Deutschland, während der achte Betroffene per Videokonferenz zugeschaltet war. «Shelter Now»-Direktor Georg Taubmann betonte dabei die Dankbarkeit der Betroffenen unter anderem gegenüber den Regierungen und allen Unterstützern. Die frühere Gefangene Margrit Stebner rückte die Bedeutung von Fürbitte und Gebet in den Blick: «Wir danken jedem, der damals für uns gebetet hat.»
Den inhaftierten Helfern war damals christliche Missionierung vorgeworfen worden. Erst nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurde deutlich, dass die Festgenommenen als Geiseln im Konflikt mit den USA gehalten wurden. Nach mehr als 100 Tagen Haft und dem Beginn der US-Militärintervention kamen die Helfer sowie die inhaftierten afghanischen Ortskräfte frei. Später kehrten mehrere der deutschen Mitarbeiter für einige Jahre nach Kabul zurück.
Der Leiter von «Shelter Now» Germany, Matthias Stechert, sagte, die damalige Zeit voller Angst und Hoffnung werde in dem Film wieder erlebbar. Die Rettung der Geiseln ermutige die Organisation, aktuell weiterhin unter schwierigen Bedingungen vor Ort präsent zu bleiben.
Das Hilfswerk leistet seit 1983 humanitäre Arbeit im Nahen und Mittleren Osten. Bei der Geiselnahme im Jahr 2001 hatte das Taliban-Regime insgesamt 24 Mitarbeiter der Organisation wegen angeblicher Missionstätigkeit zweieinhalb Monate lang inhaftiert. (epd/ dst)