Gegen Vereinsamung

Baselbieter Synode will Altersseelsorge ausbauen

Die Kirchen im Kanton Baselland haben einen grossen Bedarf im Bereich der Altersseelsorge ausgemacht. Nun hat die reformierte Synode ein konkretes Konzept verabschiedet.

«Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei» – dieses Bibelwort stand einerseits im Zentrum des Gottesdienstes, der vor der Herbstversammlung der Reformierten Kirche Baselland stattfand. Andererseits bildete es eine Art Motto für ein Projekt, über das die Synodalen später zu entscheiden hatten: Das ökumenische Konzept «Spiritualität und Seelsorge im Alter» sowie dessen Finanzierung.

Ziel des Projektes ist es, aufkommender Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken und das kirchliche Engagement in diesem Bereich langfristig zu sichern. Zudem sollen die involvierten Akteure vernetzt und untereinander koordiniert werden. Da die Kirchgemeinden bei der Altersseelsorge «unterschiedlich unterwegs» seien, könne das Konzept angepasst und ausgebaut werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Kirche.

Das Angebot soll sich an alle Menschen im Kanton richten, unabhängig von Herkunft, Religion oder Wohnsituation. Die Vorabklärungen hätten ergeben, «dass eine Nachfrage nach seelsorglicher und spiritueller Begleitung über die stationären Heim-Situationen hinausreicht», heisst es im Antrag des Kirchenrates an die Synode. «Gerade auch bei älteren Menschen zu Hause ist der Bedarf stark ausgeprägt.»

Die Synode genehmigte das Konzept einstimmig bei vier Enthaltungen und sprach damit gleichzeitig die benötigten Gelder in Höhe von 905'000 Franken für die kommenden drei Jahre.

Stabile finanzielle Aussichten

Auf der Tagesordnung der Synode standen neben der Altersseelsorge verschiedene finanzpolitische Entscheide. So genehmigte die Versammlung einen Nachtragskredit in der Höhe von 163'500 Franken für das neue Kommunikationskonzept. Der Kredit war nötig geworden, weil es durch die «dynamische Entwicklung des Projekts und den erweiterten Projektumfang» zu einer Budgetüberschreitung gekommen war. Diese Erweiterung sei jedoch sinnvoll und nötig gewesen, argumentierte der Kirchenrat laut Mitteilung.

Einstimmig angenommen wurde das Budget, das mit einem Überschuss von 839'390 Franken rechnet. Zur Kenntnis genommen wurde zudem der Finanzplan für die Jahre 2026 bis 2028, der von einer stabilen Entwicklung ausgeht. Zwar könne es durch Steuereinbussen zu Defiziten kommen, diese könnten aber voraussichtlich durch Rücklagen ausgeglichen werden, heisst es in der Mitteilung.

Neues Mitgliedschaftsmodell

Unter Dach und Fach ist nun auch die «Ermöglichung der externen Mitgliedschaft» zwischen den reformierten Kirchen beider Basel. Der Grundstein dafür wurde bereits mit der neuen Kirchenordnung von 2021 gelegt, welche die freie Gemeindewahl zulässt. Nun wurde die konkrete Vereinbarung zwischen den beiden Kirchen von der Synode zur Kenntnis genommen. Mit der Neuerung, die am 1. Januar 2025 in Kraft tritt, wird die doppelte Mitgliedschaft möglich. So soll den Bedürfnissen von Mitgliedern Rechnung getragen werden, die sich über die Kantonsgrenze hinaus engagieren wollen. (vbu)

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