Aus für Basler Industriepfarramt
Jahrzehntelang war das Pfarramt für Industrie und Wirtschaft (PIWI) in Basel-Stadt Anlaufstelle für Arbeitnehmende, Armutsbetroffene oder Erwerbslose. Jetzt stellt das Industriepfarramt per Ende September seinen Betrieb ein. Der Grund sind fehlende finanzielle Mittel der Trägerkirchen, wie die «bz Basel» berichtete.
Das Aus für das Industriepfarramt, das in den 70er Jahre als Pionierprojekt galt, zeichnete sich bereits vor sechs Jahren ab. Damals beschloss die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt wegen Geldmangels sich aus dem Industriepfarramt zurückzuziehen. Aus dem gleichen Grund gab vor zwei Jahren die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt ihren Rückzug bekannt.
Das ökumenische Pfarramt hatte das Ziel, zwischen Landeskirchen und Arbeitswelt sowie zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden zu vermitteln. Es verstand sich zugleich als Kompetenzzentrum für Fragen von Wirtschaft, Arbeit, Spiritualität und Ethik.
Prägende Figur des Industriepfarramts war seit fünfzehn Jahren der reformierte Pfarrer Martin Dürr, der per Ende September in Pension geht. Der bz Basel sagte Dürr: «Ich begreife die finanziellen Gründe. Aber dass die Kirche eine Stelle mit einem so wichtigen Netzwerk in der Arbeitswelt aufgibt, finde ich schade».
Zu den Trägern gehörten neben den beiden Baselstädtischen Kirchen die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Landschaft und die Römisch-katholische Landeskirche Basel-Landschaft. Auch die Baselbieter Kirchen ziehen sich aus dem Industriepfarramt zurück, planen aber Folgeprojekte. Laut dem Artikel finden derzeit Gespräche statt. (no)