Armenien bietet Nichtangriffspakt an
Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan hat dem Nachbarland Aserbaidschan im anhaltenden Konflikt um Bergkarabach nach eigenen Angaben die Unterzeichnung eines Nichtangriffspakts angeboten. Das meldet «Zeit online».
Ursprünglich hatten die Staatschefs der Konfliktparteien in Aussicht gestellt, sie würden bis Ende 2023 einen Friedensvertrag unterzeichnet haben. Doch die Friedensgespräche blieben trotz internationaler Vermittlung bislang erfolglos.
Die benachbarten Kaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan sind seit Jahrzehnten verfeindet, insbesondere wegen der Region Bergkarabach. Diese gehört zwar völkerrechtlich zu Aserbaidschan, war aber bis zum Herbst 2023 mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Damals hatte Aserbaidschan Bergkarabach in einer lange vorbereiteten Militäroffensive komplett unter seine Kontrolle gebracht (ref.ch berichtete). Mehr als 100’000 Menschen flohen vor der Gewalt nach Armenien.
Im Januar haben Armenien und Aserbaidschan Kriegsgefangene ausgetauscht. Der Gefangenenaustausch nährte Hoffnungen, dass die direkten Gespräche von Paschinjan und Alijew über eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen wieder aufgenommen werden könnten. Die Armenier gelten als ältestes christliches Volk der Erde. In Bergkarabach stehen viele historische christliche Bauwerke. (dst)