Graubünden

Antisemitismus nicht zulassen

In seiner Herbstsitzung hat der Evangelische Grosse Rat des Kantons Graubünden klare Kante gegen neu aufkeimenden Antisemitismus gezeigt. Zu einer überraschenden Vakanz kommt es im Kirchenrat.

Der Beginn der Herbstsitzung des Evangelischen Grossen Rates in Chur war von einer Aktualität geprägt. Angesichts des Krieges im Nahen Osten forderte Pfarrer Jörg Wuttge ein klares Nein zum Antisemitismus. Es sei erschreckend, wie nach der Terror-Attacke der Hamas antisemitische Denk- und Verhaltensmuster wieder aufkeimten, stellte er fest. Die Kirche dürfe dazu nicht schweigen. «Es braucht jetzt jede Stimme», sagte Wuttge laut einer Mitteilung.

Klare Worte gab es auch vom Chef der Armeeseelsorge Samuel Schmid. Die Vielfalt der religiösen Hintergründe stärke die Kompetenzen der Armeeseelsorge. Schmid betonte, dass die Nachfrage deutlich zugenommen habe. Bisher waren es 179 Seelsorgende, demnächst sollen es 240 Frauen und Männer sein – ein Plus von 40 Prozent.

Im Anschluss an die Referate ging das Kirchenparlament zu den Tagesgeschäften über. Einstimmig verabschiedet wurde ein neues Datenschutzgesetz. Analog zum staatlichen Recht sieht es eine Beratung für Kirchgemeinden und Kirchenregionen vor, zudem soll es entsprechende Schulungen geben. Der Wechsel zum neuen Gesetz stelle eine Vereinfachung dar und schaffe mehr Transparenz, wird Kirchenrat Frank Schuler in der Mitteilung zitiert.

Diskussionslos verabschiedet wurde das Budget 2024. Es rechnet mit einem Plus von gut 20‘000 Franken. Weniger gute Nachrichten gab es zur Nachfolge von Kirchenrätin Barbara Hirsbrunner. Die im Sommer gewählte Jasmine Said Bucher kann demnach ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten. Eine Nachfolge wird im Juni 2024 bestimmt, bis dahin bleibt der Sitz vakant. (no)