Migration

350 Flüchtende auf Lampedusa gelandet

Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ist ein Flüchtlingsboot mit mehreren Hundert Menschen gelandet. In den Tagen zuvor sind weniger Flüchtende angekommen als üblich.

Ein Boot mit 347 Migranten hat im Hafen von Lampedusa angelegt, wie die Behörden mitteilten. Sie gaben an, dass das Boot in der libyschen Stadt Suara gestartet war. An Bord seien bis auf zwei Frauen ausschliesslich Männer aus Ländern wie Ägypten, Syrien, Pakistan und Bangladesch gewesen. Für die Überfahrt hätten die Schleuser bis zu 8000 Euro verlangt, erklärten die italienischen Behörden.

Die kleine Insel Lampedusa gehört zu den Knotenpunkten irregulärer Migration nach Europa, weil sie nahe an Afrika liegt. Trotzdem ist die Überfahrt mit den oft kaum seetüchtigen Booten enorm gefährlich. Immer wieder kommen Menschen ums Leben. Anfang September landeten an einem einzigen Tag auf Lampedusa mehr als 5000 Migranten. Inzwischen sind es deutlich weniger.

Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni führte diesen Rückgang vor dem Parlament in Rom auf die Politik ihrer seit einem Jahr amtierenden Regierung zurück. Im Oktober sei die Zahl der irregulären Migranten erstmals zurückgegangen. «Die von unserer Regierung geleistete Arbeit beginnt, Früchte zu tragen», sagte Meloni. Insgesamt kamen in diesem Jahr jedoch bereits mehr als 140'000 Menschen ohne reguläre Papiere auf dem Seeweg nach Italien – deutlich mehr als im Jahr zuvor. Erfolge im Kampf gegen irreguläre Migration gehörten im Wahlkampf zu Melonis wichtigsten Versprechen. (sda/ dst)