Mittelmeer

Mehr als 11’600 unbegleitete Kinder nach Italien gelangt

Tausende Minderjährige sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres über das Mittelmeer nach Italien geflohen. Für sie ist die Überfahrt besonders prekär.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die 2023 in Italien angekommen sind, hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Das teilte das Kinderhilfswerk Unicef am Freitag in Genf mit. Demnach sind mehr als 11’600 Kinder und Jugendliche zwischen Januar und Mitte September dieses Jahres ohne ihre Eltern oder andere sorgeberechtigte Begleiter über das zentrale Mittelmeer nach Italien gelangt.

Im Vergleichszeitraum 2022 seien es rund 7200 unbegleitete Minderjährige gewesen. Unbegleitete Kinder fahren den Angaben zufolge häufig in überfüllten Schlauchbooten oder maroden Holzbooten mit. Einige der Kinder würden im Laderaum untergebracht, andere auf Lastkähnen, die besonders schwer zu navigieren seien.

Der Mangel an Such- und Rettungskräften in der zentralen Mittelmeer-Region sowie die unzureichende Zusammenarbeit bei der Ausschiffung der Menschen erhöhten die Gefahren, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt seien. Kriege, Gewalt und Armut gehören laut Unicef zu den Hauptursachen, weswegen Kinder und Jugendliche allein ihre Heimatländer verlassen. (epd/ no)