Migration

«Sea-Eye 4» rettet 51 Menschen in Seenot

Die «Sea-Eye 4» hat im Mittelmeer unter anderem ein Dutzend unbegleitete Minderjährige und ein Baby gerettet. Es ist der erste Einsatz, der zum Teil mit staatlicher Hilfe finanziert wurde.

Der Rettung von 51 Menschen aus Seenot sei eine Meldung durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex vorausgegangen, heisst es in einer Mitteilung der privaten Seenotretter. Die Organisation Sea-Eye kritisiert, dass ihr Schiff einen Hafen anlaufen müsse, der 940 Kilometer vom Einsatzort entfernt liege. Ein Ziel auf Sizilien wäre schneller erreichbar.

Die private deutsche Rettungsorganisation Sea-Eye wird von zahlreichen christlichen Institutionen unterstützt – und neuerdings auch von der Stadt Bern, wie «Der Bund» schrieb. Seit 2022 erhält sie jährlich zwei Millionen Euro vom deutschen Staat. Diese Zahlungen sind jedoch umstritten: FDP-Fraktionschef Christian Dürr hatte unlängst gefordert, die Unterstützung zu beenden. Sea-Eye entgegnet: «Wir retten Menschen vor dem Ertrinken.» Die Würde des Menschen dürfe «migrationspolitisch niemals relativiert werden».

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 2445 Menschen ums Leben oder sie werden vermisst. (epd/ dst)