Kanton Bern

330 religiöse Anlässe pro Woche

Der Kanton Bern hat zum ersten Mal eine «Religionsbefragung» durchgeführt. Wöchentlich nehmen über 30’000 Menschen an Anlässen von privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften teil.

Vor zwei Jahren hat der Kanton Bern eine Religionslandkarte veröffentlicht. Sie zeigt die religiöse Vielfalt im Kanton Bern auf. Neben zahlreichen christlichen Gemeinschaften enthält sie Daten zu buddhistischen, hinduistischen, muslimischen, jüdischen und weiteren Religionsgemeinschaften. Sie verbindet, dass sie im Gegensatz zu den Landeskirchen privatrechtlich organisiert sind.

Nun wollte der Kanton es noch genauer wissen. Ihr Beauftragter für kirchliche und religiöse Angelegenheiten hat den knapp 330 Gemeinschaften einen Fragebogen zu ihren Aktivitäten und Angeboten geschickt – über 230 haben ihn beantwortet.

Gestützt auf diese Daten schätzt der Kanton Bern, dass pro Woche 330 religiöse Anlässe von privatrechtlich organisierten Gemeinschaften stattfinden und 30'000 Personen daran teilnehmen. Zudem leisten die Religionsgemeinschaften Sozialarbeit und organisieren kulturelle Anlässe sowie Freizeitaktivitäten.

Alle Religionsgemeinschaften sind dabei auf die Unterstützung von Freiwilligen angewiesen. Im Durchschnitt arbeiten Freiwillige 95 Stunden pro Woche, wie der Kanton in einer Medienmitteilung schreibt.

Für knapp die Hälfte dieser Zeit werden sie finanziell entschädigt. Allerdings sind die Unterschiede zwischen christlichen und nichtchristlichen Gemeinschaften gross. Christliche Gemeinschaften entschädigen über die Hälfte der Freiwilligenarbeit, nichtchristliche lediglich einen Fünftel.

Laut dem Kanton gehören 12 Prozent der Berner Bevölkerung einer privatrechtlich organisierten Gemeinschaft an. Der Bericht soll helfen, Herausforderungen im Umgang mit ihnen anzugehen und die Ungleichbehandlung zu reduzieren. (pef)