Parlamentsentscheid

Zuger Unternehmen müssen weiterhin Kirchensteuern bezahlen

Der Zuger Kantonsrat will, dass auch Firmen Kirchensteuern entrichten. Der Entscheid ist mit klarer Mehrheit gefällt worden.

Mit 50:21 Stimmen hat das Zuger Kantonsparlament am Donnerstag eine Motion für nicht erheblich erklärt, die verlangt hatte, juristische Personen von der Kirchensteuer zu befreien. Der Vorstoss war von der SVP-Fraktion eingereicht und von sechs FDP-Mitgliedern mitunterzeichnet worden.

Konkret hatten die Motionäre verlangt, dass Unternehmen die Kirchensteuer künftig freiwillig entrichten könnten. Im Gegensatz zu natürlichen Personen hätten die juristischen keine Kirchenmitglieds-Wahlfreiheit, begründeten die Parlamentarier den Vorstoss unter anderem.

Kirche fühlt sich «ermutigt»

Der Regierungsrat hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, die Motion für nicht erheblich zu erklären. Unternehmen seien durch Kirchensteuern gering belastet, lautete ein Argument. Diesem war die Mehrheit des Parlaments nun gefolgt. Quer über alle Parteien hinweg waren sich die Kantonsräte einig.

Die Reformierte Kirche Kanton Zug und die Katholischen Zuger Kirchgemeinden zeigten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme erfreut über den Entscheid. Die Anerkennung der Leistungen sei auch für die über 800 Mitarbeitenden und fast 4000 Freiwilligen der beiden Kirchen ein «wichtiges Zeichen der Wertschätzung und zugleich Ermutigung», heisst es in der Mitteilung.

Uri entscheidet gleich

Die Landeskirchen würden die Erträge weiterhin für das Wohl der Bevölkerung einsetzen und das gesellschaftliche Engagement intensivieren und weiterführen. In den Fokus rücken wolle man Bildung, Kultur und Soziales, aber auch Diakonie und Seelsorge, schreiben die Verantwortlichen.

Schweizweit bezahlen Unternehmen in acht Kantonen keine Kirchensteuern. Wie Zug gehört allerdings auch Uri nicht dazu. Dort war Ende Juni ein entsprechender Vorstoss ebenfalls abgelehnt worden. (jow)