Le questionnaire de Proust

«Meine liebste Filmfigur? Elsa, die Schneekönigin»

Die Evangelisch-reformierte Pfarrerin Lea Wenger spricht am kommenden Wochenende ihr erstes «Wort zum Sonntag». Für ref.ch hat sie die Fragen des Schriftstellers Marcel Proust beantwortet.

Ihre Lieblingstugend ist die Leidenschaft, sie mag zugewandtes und empathisches Zuhören: Die Evangelisch-reformierte Pfarrerin Lea Wenger aus Bürglen im Kanton Bern. (Bild: Marion Nitsch/ SRF)

Was wäre für Sie das grösste Unglück?
Nicht lieben zu können.

Wo möchten Sie leben?
Immer in der Nähe eines Waldes.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Eine heisse Schokolade vor einem prasselnden Feuer im Herbst.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Menschliche.

Ihre liebsten Romanhelden?
Ronja Räubertochter, Michel von Lönneberga, Momo.

Der Fragebogen

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871-1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen – einmal als 14-jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?
Alle Mütter, Töchter, Schwestern und Freundinnen, die im Krieg und in der Ungerechtigkeit sich sorgen, kämpfen, aushalten und verändern.

Ihr Lieblingsmaler?
Odilon Redon.

Ihr Lieblingskomponist?
Franz Schubert.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Zugewandtes, empathisches Zuhören.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Zugewandtes, empathisches Zuhören.

Ihre Lieblingstugend?
Leidenschaft.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Stricken und Hörbuch hören.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Geigenbauerin.

Ihr Hauptcharakterzug?
Keine Antwort.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Dass sie bedingungslos hinter mir stehen.

Ihr grösster Fehler?
Ungeduld.

Ihr Traum vom Glück?
Ein Haus am Meer.

Was möchten Sie sein?
Geduldig.

Ihre Lieblingsfarbe?
Sturmgrau.

Ihre Lieblingsblume?
Pfingstrosen.

Ihr Lieblingsvogel?
Eule.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?
Die Behandlung von HIV.

Ihr Lieblingsschriftsteller?
Annie Ernaux.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Alle Väter, Söhne, Brüder und Freunde, die im Krieg und in der Ungerechtigkeit sich sorgen, kämpfen, aushalten und verändern.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?
Anne Frank, Johanna Elberskirchen, Dorothee Sölle.

Ihre liebste Filmfigur?
Elsa, die Schneekönigin.

Ihre Lieblingsnamen?
Linus, Emma, Nora.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Diskriminierung.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?
Hitler und Putin.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Keine.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?
Ja. Der Mensch brauchte und braucht ein Wort, um all das Unerklärbare im Leben zu benennen. Er brauchte und braucht ein Gegenüber, das angeklagt werden kann, wenn niemand sonst zuhört. Er brauchte und braucht einen Begriff für das unfassbare Glück, das ihn manchmal berührt. Es wurde das Wort «Gott». Das macht dieses Wort und das damit verbundene Gefühl nicht weniger wahr. Im Gegenteil.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Keine Antwort.

Wie möchten Sie sterben?
Selbstbestimmt.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Aufgeräumt.

Ihr Motto?
Dann muss man ja auch noch Zeit haben, um einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen. – Astrid Lindgren

Hinweis: Die SRF-Sendung «Wort zum Sonntag» entsteht in Zusammenarbeit mit den Reformierten Medien, die auch das Nachrichtenportal ref.ch betreiben.

Lesen Sie hier den Fragebogen von Manuel Dubach, reformierter Sprecher im neuen Team des «Wort zum Sonntag».