Ebola-Ausbruch

WHO: Sorge wegen rascher Ausbreitung

Das genaue Ausmass des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo ist noch nicht klar. Mehr als 500 Verdachtsfälle wurden zuletzt registriert. Kritik an der Kürzung der Hilfsgelder wird laut.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnt vor einer raschen Ausbreitung des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und darüber hinaus. Er sei sehr besorgt über das Ausmass und die Geschwindigkeit der Epidemie, sagte Tedros vor der Weltgesundheitsversammlung in Genf.

Beunruhigend sei, dass Fälle der hochansteckenden Krankheit in städtischen Gebieten gemeldet worden seien, darunter in Ugandas Hauptstadt Kampala und in der Millionenmetropole Goma im Kongo, sagte Tedros. Zudem habe es Todesfälle unter dem Gesundheitspersonal gegeben. Das deute auf eine Übertragung der gefährlichen Bundibugyo-Variante des Erregers im Gesundheitswesen hin.

Der Ebola-Ausbruch im Kongo war vergangene Woche gemeldet worden. Die WHO hatte daraufhin einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Gegen die für den Ausbruch verantwortliche Virus-Variante gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Bislang wurden 513 Verdachtsfälle und mutmassliche 131 Todesfälle registriert, wie die kongolesische Nachrichtenagentur ACP berichtete.

Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende, schwere Infektion. Eine unbehandelte Erkrankung verläuft laut Robert Koch Institut (RKI) in 30 bis 90 Prozent der Fälle tödlich.

Mehr Tests, bessere Versorgung

Die WHO und Partner unterstützen den Ausbau der Überwachung, der Kontaktverfolgung, der Testkapazitäten und der klinischen Versorgung. Zwölf Tonnen Hilfsgüter sollen verteilt werden. Zudem prüft die WHO, welche Impfstoffkandidaten oder Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen.

Der Ausbruch betrifft laut WHO vor allem die Ituri-Provinz. Auch in der benachbarten Provinz Nord-Kivu seien Fälle erfasst worden. Das Nachbarland Uganda habe zwei importierte Fälle bestätigt. Die genaue Zahl der Infektionen sei jedoch unbekannt.

Das von dem Ausbruch betroffene Gebiet im Ostkongo ist schwer zugänglich. In der Region kämpfen seit Jahrzehnten bewaffnete Gruppen um die Kontrolle über Rohstoffvorkommen. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.

Fehlende Hilfsgelder begünstigen Epidemie

Kritik übt die Hilfsorganisation IRC: Die internationalen Kürzungen in der Entwicklungshilfe würden der Ausbreitung von Ebola Vorschub leisten. Im Ostkongo fehle das Geld für Gesundheits- und Vorsorgeprogramme, was auch das frühzeitige Erkennen der Krankheit behindert habe, erklärte die Hilfsorganisation in Kinshasa.

«Die Hilfskürzungen haben die Region in eine äusserst gefährliche Lage gebracht», erklärte IRC-Landesdirektorin Heather Reoch Kerr. Der starke Anstieg der gemeldeten Fälle in den vergangenen Tagen mache deutlich, dass jetzt erst Übertragungen erfasst würden, die vermutlich vor längerem stattgefunden hätten.

Vor 2025 habe die US-Regierung zahlreiche Gesundheits- und Vorsorgeprogramme von IRC im Osten der Demokratischen Republik Kongo finanziert, erklärte die Hilfsorganisation. Dazu hätten neben der Behandlung übertragbarer und nicht übertragbarer Erkrankungen auch Krankheitsüberwachungssysteme sowie Infrastruktur für Wasser, Sanitärversorgung und Infektionsprävention gehört. Abfallentsorgung, Triage-Zonen, Handwaschstationen, Duschen und Latrinen seien unverzichtbare Elemente für den sicheren Umgang mit Ausbrüchen infektiöser Krankheiten.

Ein Grossteil dieser Finanzierung für Nichtregierungsorganisationen habe jedoch im März 2025 geendet. Allein IRC habe die Programmarbeit deshalb in der Provinz Ituri, wo der aktuelle Ebola-Ausbruch seinen Ursprung nahm, von fünf auf zwei Gebiete reduzieren müssen. (epd/ dst)

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