Afghanistan

WHO-Chef warnt vor Kollaps des Gesundheitswesens

Die Lage in Afghanistan spitzt sich zu. Weil internationale Hilfsgelder fehlen, haben viele medizinische Einrichtungen ihren Betrieb heruntergefahren oder ganz eingestellt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer unmittelbar bevorstehenden humanitären Katastrophe in Afghanistan. Ohne schnelle finanzielle und materielle Hilfe drohe dem afghanischen Gesundheitssystem der Zusammenbruch, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Tedros und der WHO-Regionaldirektor Ahmed Al-Mandhari hatten die afghanische Hauptstadt Kabul besucht, wo sie mit Mitgliedern der machthabenden Taliban konferierten. Den Angaben nach führen Kürzungen bei den internationalen Geldern zu schweren Engpässen im grössten Gesundheitsprogramm des Landes. Tausende Gesundheitseinrichtungen könnten keine Medikamente kaufen und keine Mitarbeiter bezahlen.

Viele Einrichtungen hätten den Betrieb heruntergefahren oder ganz eingestellt, hiess es weiter. Die Krise im Gesundheitswesen treffe das Land mitten in der Corona-Pandemie. Viele Impfdosen gegen den Covid-19-Erreger würden nun nicht genutzt. Die WHO braucht den Angaben nach mehr als 38 Millionen US-Dollar (35 Millionen Franken) für ihre Hilfe in Afghanistan in den kommenden vier Monaten. Die radikalislamischen Taliban hatten im August die Macht in dem Land an sich gerissen. (edp/bat)