Unicef

Weltweit können über 400 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen

Armut und Corona sorgen dafür, dass Millionen Kinder auf der Welt keine Schulbildung bekommen. Das Kinderhilfswerk Unicef hat mit einer besonderen Aktion auf dem Bundesplatz darauf aufmerksam gemacht.

Insgesamt 473 Millionen Mädchen und Buben müssen in diesem Jahr auf einen Schulstart verzichten. An diese Ungerechtigkeit hat das Uno-Kinderhilfswerk Unicef am 30. August mit dutzenden Schulrucksäcken erinnert, die auf dem Bundesplatz aufgestellt wurden.

Haupttreiber des Bildungsnotstands «ist die Armut», wie Jürg Keim, Mediensprecher von Unicef Schweiz und Liechtenstein, gegenüber der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA» sagte. Ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen habe eine fünfmal geringere Chance zur Schule gehen zu können als die Kinder in der Schweiz.

Im letzten Jahr waren laut Unicef zudem weltweit rund 1,6 Milliarden Kinder von den Schulschliessungen aufgrund der Corona-Pandemie betroffen. «Es ist dringend notwendig, dass wir jetzt jedes Kind zurück in sein Schulzimmer bringen», wird Bettina Junker, Geschäftsleiterin von Unicef Schweiz und Liechtenstein, in einer Mitteilung zitiert.

Vor allem für Mädchen sind die Bildungschancen in einigen Teilen der Welt begrenzt. Nur knapp die Hälfte aller Länder haben gemäss Unicef bisher die Geschlechterparität in der Grundschulbildung erreicht. Auch der Wohnort hält Kinder oft von der Schule ab: Kinder aus ländlichen Gebieten gehen mehr als doppelt so häufig nicht zur Grundschule wie ihre städtischen Altersgenossen. In Konfliktgebieten gehen 27 Millionen Kinder nicht zur Schule. (sda/bat)