Waadtländer Kirche hat eine neue Exekutive

In der Waadtländer Kirche kriselt es seit Monaten. Ein fast komplett ausgetauschter Synodalrat soll nun einen Neuanfang ermöglichen.


Spannungen zwischen dem Synodalrat und der Synode haben die Waadtländer Kirche zuletzt kräftig durchgeschüttelt. Für Unmut sorgte unter anderem eine Welle von Entlassungen von Pfarrern. Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang der «autoritäre» Führungsstil der Kantonalkirche (ref.ch berichtete).

Die Gelegenheit zum Neuanfang hat das Waadtländer Kirchenparlament nun mit der Wahl einer neuen Exekutive ergriffen. An ihrer Sitzung vom 29. Juni in Lausanne hat die Versammlung einen fast komplett neuen Synodalrat gewählt. Insgesamt sechs neue Gesichter sind in dem siebenköpfigen Gremium vertreten.

Von den insgesamt sechzehn Kandidierenden wurden sechs mit grosser Mehrheit in den Synodalrat gewählt. Bereits im ersten Wahlgang wählte die Versammlung die Pfarrer Jean-Baptiste Lipp und Vincent Guyaz sowie die Laien Anne Abruzzi, Perry Fleury, Marie-Claude Ischer und Emmanuel Jeger. In den zweiten Wahlgang musste lediglich Pfarrer Laurent Zumstein. Er ist zugleich der einzige Bisherige.

Geringe weibliche Präsenz

Mehrere Synodale verliehen der Hoffnung Ausdruck, dass sich in der Waadtländer Kirche nun einiges zum Besseren wende, wie protestinfo.ch berichtete. Das Ergebnis zeige eine «echte Bereitschaft zur Veränderung», sagte die wiedergewählte Syondepräsidentin Sylvie Arnaud. Und es sei ein Zeichen, dass man eine «neue Art von Management» wünsche.

Allerdings war auch vereinzelt Kritik zu hören. So beanstandete die Delegierte Rose-Marie Ansermot die geringe weibliche Präsenz im neu gewählten Gremium. Das Verhältnis von fünf Männern zu zwei Frauen überzeuge sie nicht, sagte Ansermot gemäss protestinfo.ch. (no)