Mehrheit des Waadtländer Synodalrats will nicht wieder kandidieren

Gleich fünf von sieben Waadtländer Synodalräten stellen sich nicht mehr zur Wiederwahl.


Entlassungen, Rücktritte, Streit: Die Waadtländer Synode erlebte eine turbulente Legislaturperiode. Sie kommt auch wenige Monate vor deren Ende am 30. Juni 2019 nicht zur Ruhe. Denn eine Mehrheit der Synodalräte wollen nicht noch einmal für die Exekutive antreten.

Nur gerade zwei der sieben Ratsmitglieder stellen sich für den Zeitraum von 2019 bis 2024 zur Wiederwahl. Die beiden waren während der laufenden Amtszeit als Ersatz für den in den Ruhestand entlassenen Jean-Michel Sordet und den zurückgetretenen Synodalratspräsident John Christin gewählt worden. Vier der fünf Nicht-Kandidierenden sitzen bereits seit zehn Jahren im Synodalrat, weshalb ihr Rücktritt wenig überraschte, schreibt protestinfo.ch.

Entlassungen und Rücktritte

Dennoch muss sich die Waadtländer Kirche nun erneut intensiv mit Personalpolitik befassen. Seit 2014 kriselt es bei der Synode. Eine Welle von Entlassungen von Pfarrern durch die Kirche sorgte für Unmut bei den Kirchenmitgliedern. Für einen Eklat sorgte der Hungerstreik des Lausanner Pfarrers Daniel Fatzer im Juni 2016. Er protestierte damit öffentlichkeitswirksam gegen seine Entlassung und den «autoritären» Führungsstils der reformierten Waadtländer Kirche (ref.ch berichtete).

Im Juni 2018 trat zudem der Synodalrat John Christin überraschend zurück. Er war mit dem Synodalratspräsidenten Xavier Paillard heillos zerstritten, der ihm zuvor das Dossier über das Personalbüro entzogen hatte, wie cath.ch berichtete.

Ein Lichtblick bieten die Vakanzen beim waadtländer Synodalrat dennoch: Die Wahlen 2019 sind eine Chance für einen personellen Neuanfang der krisengeplagten Kirche. (mey)