Pfarrer in Lausanne tritt wegen Entlassung in Hungerstreik

Ein Pfarrer der Kirche Saint-Laurent in Lausanne nimmt die Entlassung durch die reformierte Kirche der Waadt nicht hin und tritt in einen Hungerstreik. Die Kirche beharrt auf der Entlassung.

Die reformierte Kirche Saint-Laurent in Lausanne.
Die reformierte Kirche Saint-Laurent in Lausanne. (Bild: Rama/Wikimedia)

Der Pfarrer kritisiert die Kirche für ihren Führungsstil und ist mit seinem Anliegen an die Medien gelangt. Am Donnerstagabend gab er in der Kirche Saint-Laurent im Stadtzentrum von Lausanne, wo er sich mit einem Bett eingerichtet hatte, der «Tagesschau» des Westschweizer Radios und Fernsehens (RTS) Auskunft.

«Wenn ich der erste gewesen wäre, dem so etwas widerfährt, hätte ich vielleicht nicht auf diese Weise protestiert, aber ich bin der fünfte oder sechste», sagte Pfarrer Daniel Fatzer im RTS-Interview. Er selber werde wohl den siebten Prozess gegen die Kirche lancieren.

Wenn es innerhalb von zwei Jahren zu sieben Prozessen gegen die Kirche als Arbeitgeberin komme, stelle das ein Problem dar, sagte Fatzer. Zur Entlassung war es nach dem Gottesdienst vom Sonntag gekommen, als Fatzer während einer im Radio übertragenen Predigt einen entlassenen Kollegen verteidigte.

Zudem stellte er ein Mitglied der Kirchenbehörden in Frage. «Das ist inakzeptabel», sagte am Freitag die Pfarrerin und Mitglied des Synodalrats der reformierten Kirche Waadt, Line Dépraz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Warnungen ignoriert

Die Aussagen hätten weder dem Berufsethos der Kirche noch jenem der RTS entsprochen, welche den Gottesdienst auf ihrem Sender Espace 2 übertragen hatte. Der Pfarrer habe zudem genau gewusst, dass die Aussagen ehrverletzend und somit strafrechtlich relevant gewesen seien, sagte Dépraz.

Das Produktionsteam der RTS, dem er seine Predigt vorlegen musste, habe den Pfarrer vor diesen Aussagen gewarnt. Es handle sich deshalb nicht um eine Kopflosigkeit oder ein Missgeschick, sagte Dépraz. (sda)