«Nach erneuter Prüfung der Situation anerkennt der Synodalrat, dass die Entlassung von Martin Hoegger bedauerlich war und entschuldigt sich für die erlittenen Verletzungen», heisst es in der September-Ausgabe des EERV-Mitarbeitermagazins «EERV Flash». Hoegger ist «dankbar» für die Entschuldigung. «Es ist wichtig, dass man sich entschuldigen kann, um vorwärtszugehen, das entspricht dem Geist des Evangeliums», sagte er der Tageszeitung «24 heures» vom 9. September.
2015 war Hoegger wegen theologischer Differenzen von seiner Funktion als Ökumenebeauftragter der EERV entbunden worden. Der folgende Briefwechsel mit der Personalstelle wurde von Hoegger als so beleidigend empfunden, dass er Strafanzeige erstattete. Ein Gang vors Arbeitsgericht war ebenfalls geplant.
Aus Solidarität mit dem entlassenen Kollegen hatte Pfarrer Daniel Fatzer dessen Namen in einem Radiogottesdienst erwähnt und wurde daraufhin fristlos entlassen. Sein folgender 23-tägiger Hungerstreik fand ein grosses Medienecho.
Anders als bei Hoegger wird die Entlassung von Fatzer nicht aufgehoben. Sie sei wegen Missachtung berufsethischer Regeln und einem Vertrauensbruch erfolgt, so Synodalratspräsident Xavier Paillard zu der Zeitung. Auch an den Arbeitskonflikten mit fünf anderen entlassenen Pfarrpersonen ändert sich nichts.
Der 61-jährige Martin Hoegger wird demnächst mit dem Dank der Kirche in den Ruhestand verabschiedet. Er will sich auch danach noch in der geistlichen Begleitung der Diakonissen von Saint Loup und diversen ökumenischen Projekten engagieren.