US-Gericht gegen Einschränkungen bei Gottesdiensten
Das Oberste US-Gericht hat am Mittwochabend Corona-Beschränkungen bei Gottesdiensten im US-Bundesstaat New York gekippt. Mit fünf zu vier Stimmen setzten die Richter eine Vorschrift von New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo ausser Kraft, derzufolge in von der Pandemie am härtesten betroffenen «roten» Regionen maximal zehn Personen an einem Gottesdienst teilnehmen dürfen. In «orangenen» Regionen dürften 25 kommen.
Klage von Katholiken und Juden
Auch bei einer Pandemie dürfe «die Verfassung nicht ignoriert werden», heisst es in dem Urteil. Die Einschränkungen verletzten die von der Verfassung garantierte Religionsfreiheit. Die römisch-katholische Diözese von Brooklyn in New York und orthodoxe Synagogen hatten gegen die Vorschriften geklagt. Den religiösen Einrichtungen würden unverhältnismässige Bürden auferlegt, so die Kläger. Einkaufszentren dürften hunderte Kunden bedienen, doch Katholiken dürften nicht einmal «an einer 45 Minuten langen Messfeier teilnehmen».
Bei dem Urteil wirkte erstmals die neue und als konservativ eingestufte Verfassungsrichterin Amy Coney Barrett mit. Noch im Mai und Juli hatte das Oberste Gericht Restriktionen bei Gottesdiensten in den Staaten Kalifornien und Nevada zugelassen. In den USA steigt gegenwärtig die Zahl der Coronavirus- Neuinfektionen wieder stark. (epd/mos)