Uno-Generalsekretär bestürzt über Berichte von Rohingya-Flüchtlingen

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hat ein Flüchtlingslager der Rohingya-Minderheit in Bangladesch besucht. Die Lage sei ein humanitärer Albtraum.


Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Zustände in einem Flüchtlingslager in Bangladesch kritisiert. «Ich habe gerade unvorstellbare Berichte von geflüchteten Rohingya-Flüchtlingen über Tötungen und Vergewaltigungen gehört», erklärte Guterres am 2. Juli auf Twitter.

Der portugiesische Uno-Chef beschrieb die Lage der verfolgten muslimischen Minderheit als «einen humanitären und menschenrechtlichen Albtraum». Mehr als 700’000 Rohingya sind seit August vergangenen Jahres von Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen, wo sie in Notunterkünften leben. Guterres besuchte diese zusammen mit dem Präsidenten der Weltbank, dem Südkoreaner Jim Yong Kim.

Gefährdete Gemeinschaft

«Die Rohingya sind eine der am meisten diskriminierten und gefährdeten Gemeinschaften auf der Erde», hatte Guterres vor seinem Besuch erklärt. Vor Ort lobte er ausdrücklich «das Mitleid und die Grosszügigkeit» der Menschen in Bangladesch, die geholfen hätten, «viele tausend Leben zu retten».

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in Myanmar seit langem diskriminiert. Die Lage eskalierte im vergangenen Jahr, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte getötet hatten. Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen werfen dem Militär Myanmars vor, daraufhin systematisch und brutal gegen die Minderheit vorgegangen zu sein. (sda/bat)