Umstrittenes Uno-Hilfswerk vor Untersuchung
Zwölf Mitarbeitern des Uno-Hilfswerks UNRWA wird vorgeworfen, mit Kämpfern der terroristischen Hamas an den Angriffen auf Israel teilgenommen zu haben. Die Beschuldigten hätten «schon eine ganze Weile» für die UNRWA gearbeitet, sagte Juliette Touma, die Mediensprecherin des Hilfswerks gegenüber SRF.
Auf die Vorwürfe Israels hin habe man die Informationen geprüft und die Mitarbeitenden sofort entlassen. Anschliessend sei eine unabhängige Untersuchung in die Wege geleitet worden, erklärte Touma. Uno-Generalsekretär António Guterres kündigte an, dass bis Ende April der Abschlussbericht erwartet werde.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe Israels hatten Nationen, die dem UNRWA jeweils hohe Summen zur Verfügung stellen, ihre Zahlungen sistiert. Zu den grossen Geberländern gehören unter anderem Deutschland, die USA – und die Schweiz, mit einem Betrag von 20 Millionen Franken pro Jahr.
Touma sagte, dass bei ausbleibenden Zahlungen der Einsatz des Hilfswerks spätestens Anfang März beendet werden müsse. Die Menschen im Gaza-Streifen würden dann «wahrscheinlich sterben».
Der Schweizer UNRWA-Chef Philippe Lazzarini ist laut Mediensprecherin Touma derzeit zu Besuch in den Golfstaaten. Er sei in Katar gewesen, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait. Unter anderen informiere er die Staaten über die finanzielle Krise des Hilfswerks.
Discussion with/Minister Abdullah Ali Al-Yahya ways to reinforce the partnership between the State of Kuwait & UNRWA at a time of exceptional challenges. https://t.co/KtFqhpYr5g
— Philippe Lazzarini (@UNLazzarini) February 7, 2024
Lazzarini schrieb auf der Kurznachrichtenplattform X, dass er sich mit Kuwaits Aussenminister getroffen habe. Die Gespräche hätten sich um Solidarität mit dem Hilfswerk und Unterstützung gedreht.
Das UNRWA wurde 1949 gegründet. Gegenwärtig sind rund 13'000 Mitarbeiter in Gaza im Einsatz. Nach dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 griff Israel die militante Hamas im Gaza-Streifen an. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden über 26’000 Menschen im umkämpften Gebiet getötet. Rund zwei Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. (dst)