Vereinigte Staaten

Trump schwächt US-Entwicklungshilfe

Die US-Regierung nimmt Änderungen bei ihrer Entwicklungsbehörde vor. Betroffen davon sind neben vielen Angestellten Millionen von Menschen in Afrika, dem Nahen Osten und der Ukraine. Christliche Verbände üben Kritik.

Zahlreiche Beschäftigte der US-Entwicklungsbehörde USAID wurden beurlaubt. Ausgenommen seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kritischen Bereichen und in Programmen von besonderer Bedeutung, informierte USAID auf seiner Internetseite. Mit den Beurlaubungen eskaliert die Regierung ihre Massnahmen gegen USAID.

Der amtierende US-Präsident sowie der Tech-Milliardär und Regierungsberater Elon Musk hatten USAID mehrfach scharf attackiert. Die Behörde sei nicht im Interesse der Nation tätig. Hilfsgelder wurden vorläufig eingefroren. Mitarbeiter von USAID und Organisationen mit Beziehung zu der Behörde bereiteten Klagen vor, berichtete der Fernsehsender NBC. Es gehe möglicherweise auch darum, ob die Massnahmen rechtskonform seien.

Das Vorgehen gegen USAID wirke sich auf Millionen Menschen aus, die «lebensrettende humanitäre, medizinische und Entwicklungshilfe» brauchen, warnte der Hilfsverband Catholic Relief Service, der seine Arbeit zum Teil mit Mitteln von USAID bestreitet. Das evangelikale Magazin «Christianity Today» berichtete von Befürchtungen christlicher Hilfsverbände. Gelder von USAID unterstützen die internationale Arbeit vieler religiöser Organisationen, darunter World Vision, World Relief und Samaritan's Purse.

Aussenminister Marco Rubio übernahm die Leitung der Behörde kommissarisch. Medienberichten zufolge will er die Behörde offenbar mit seinem Ministerium zusammenlegen. Demokratische Politiker betonten hingegen, der Kongress habe USAID als eine unabhängige Behörde eingerichtet.

Bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 war Trump gegen die Entwicklungsbehörde vorgegangen. Sein Aussenminister Rex Tillerson scheiterte mit dem Plan, USAID unter die Kontrolle des Aussenministeriums zu bringen. Grösste Empfängerländer von USAID waren 2024 die Ukraine, der Kongo, Jordanien, Äthiopien, die Westbank und Gaza, der Sudan, Nigeria, Jemen, Afghanistan sowie der Südsudan.

Die «Agency for International Development» wurde 1961 von Präsident John F. Kennedy gegründet. Sie leistet in mehr als 100 Ländern Katastrophen-, Lebensmittel- und  Entwicklungshilfe, häufig im Gesundheitsbereich. (epd/ dst)

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