Entwicklungshilfe

Weniger Geld fliesst in Drittwelt-Länder

Die öffentliche Entwicklungshilfe ist auf ein Allzeithoch gestiegen. Die ärmsten Länder haben von der Rekordsumme jedoch nicht profitiert.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine ist die öffentliche Entwicklungshilfe auf ein Allzeithoch gestiegen. Wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitteilte, wuchs die Entwicklungshilfe der Geberländer auf umgerechnet rund 186 Milliarden Franken. Das entspreche einem Zuwachs um 13,6 Prozent gegenüber 2021.

Bereits 2021 lagen die Ausgaben für die staatliche Entwicklungszusammenarbeit der OECD zufolge auf einem Rekordhoch. Den erneuten Anstieg führen die Fachleute vor allem auf die hohen Ausgaben für die Flüchtlingshilfe in den Geberländern zurück, konkret die inländische Flüchtlingshilfe. Diese beträgt mehr als zehn Prozent des Gesamtbudgets. 

Auch die Hilfe für die Ukraine seit dem russischen Angriffskrieg trage zu dem Anstieg bei, hiess es. Diese habe sich 2022 auf rund 12 Milliarden Franken summiert. Im Vorjahr lag sie demnach lediglich bei 900 Millionen Franken. 

Wie aus den Daten ebenfalls hervorgeht, sank dagegen die Unterstützung für die wirtschaftlich ärmsten Länder. OECD-Generalsekretär Mathias Cormann warnte, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg hätten Instabilität, Hunger und extreme Armut weltweit verschärft. Neben der Bereitstellung kurzfristiger Hilfen müssten sich die Länder auf langfristige Entwicklungsziele konzentrieren.

Insgesamt entsprach die öffentliche Entwicklungshilfe rund 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens der Geberländer. Damit wurde das UN-Ziel, mindestens 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben, abermals weit verfehlt. Dies schafften nach den vorläufigen Daten der OECD lediglich fünf Länder, darunter Deutschland und Dänemark. Die Schweiz gehört nicht dazu. (epd/ jow)