Migration

Ungebremste Zuwanderung

EU-Abkommen mit Libyen und Tunesien lassen die Asylanträge in Europa nicht sinken. Vielmehr ist sie sie um einen Drittel gewachsen.

Die meisten Flüchtenden nutzen weiterhin die Mittelmeer- und die Balkanroute. Eine halbe Million Menschen haben im ersten Halbjahr auf diesem Weg Mitteleuropa erreicht und in einem EU-Staat sowie Norwegen oder der Schweiz einen Asylantrag gestellt. Das meldet die Asylagentur der Europäischen Union. Das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zuletzt hatte die EU-Massnahmen getroffen, um diese Zuwanderung zu bremsen. Mit Ländern wie Tunesien oder Libyen hatte sie Migrationsabkommen geschlossen. Darin verpflichteten sich Tunesien und Libyen unter anderem, Menschen an der Flucht nach Europa zu hindern.

Tatsächlich aber erreichten die Geflüchteten die EU weiter über die gleichen Routen wie schon seit Jahren, trotz der Abkommen mit den EU-Nachbarländern, heisst es in der Mitteilung. Neben dem West-Balkan unterscheidet die EU zwischen dem Weg über das östliche, und dem über das zentrale Mittelmeer. Es gebe bereits Aktionspläne für die Regelung der Migration über die zentrale Mittelmeerroute und den West-Balkan. Ein Plan für das östliche Mittelmeer sei ebenfalls vorgesehen. (epd/ dst)