Thurgau
SVP ehrt Gegner von muslimischem Grabfeld
Vier Männer aus Weinfelden TG haben den «Prix Résistance» der SVP Schweiz erhalten. Die Partei hat ihn als «Ehrenpreis» eingeführt und erst zum zweiten Mal vergeben. Die Preisträger hatten ein Komitee gebildet und ein Referendum verlangt, damit über die Schaffung eines muslimischen Grabfelds auf dem Weinfelder Friedhof abgestimmt werden musste.
Die Stimmberechtigten lehnten das Grabfeld, auf dem sich Muslime im Einklang mit den Islamischen Bräuchen hätten bestatten lassen können, knapp ab. Der Abstimmungskampf des Gegner-Komitees gab in der ganzen Schweiz zu reden (ref.ch berichtete).
Zur Verleihung des Preises in Gestalt einer geschnitzten Eringerkuh ist SVP Schweiz-Präsident Marcel Dettling eigens nach Weinfelden gereist. In einer Mitteilung auf der Website der Partei wird er mit den Worten zitiert: «Ihr habt euch nicht einschüchtern lassen. Genau dafür wurde der Prix Résistance geschaffen. Die schleichende Islamisierung ist ein Tabuthema.»
Auf die Verleihung des Preises reagiert die Weinfelder SP besorgt. Sie schreibt in einer Mitteilung: «Die Diskussion über die Gestaltung unseres Zusammenlebens in Weinfelden gehört in unsere Gemeinde und nicht in den Rahmen einer nationalen Anti-Islam-Kampagne.» Darüber berichtet die «Thurgauer Zeitung». Die SP setze sich dafür ein, dass in Weinfelden alle Menschen mit Respekt behandelt würden, unabhängig von Religion, Herkunft oder Lebensweise.
Das erste Grabfeld für Musliminnen und Muslime wurde in der Deutschschweiz bereits im Jahr 2000 auf dem Friedhof Bremgarten in Bern eingerichtet. Inzwischen können auf über einem Dutzend weiteren Friedhöfen islamische Bestattungen durchgeführt werden. (dst)