Fünf Weltreligionen auf Berner Friedhof vereint

Auf dem Bremgartenfriedhof in Bern ist ein Hindu-Abdankungstempel eingeweiht worden. Damit sind alle fünf Weltreligionen mit Orten für Abdankungsfeiern und Bestattung vertreten.


Nach Christen, Jüdinnen, Musliminnen und Buddhisten haben nun auch Hindus auf dem Bremgartenfriedhof in Bern einen Ort, an dem sie von ihren Angehörigen Abschied nehmen können. Mit einer traditionellen Zeremonie wurde am 15. November ein aus Naturstein gebauter Tempel der hinduistischen Glaubensgemeinschaft eingeweiht. Er wurde in enger Zusammenarbeit mit der tamilischen Hindu-Gemeinschaft Bern und dem Haus der Religionen geschaffen.

Die Asche der Verstorbenen wird nach hinduistischer Tradition dem fliessenden Wasser übergeben. Meist werden die sterblichen Überreste nach Indien gebracht und in Varanasi dem Fluss Ganges übergeben.

Vielfalt fördern

«Es ist mir wichtig, dass die Angehörigen aller Weltreligionen dort, wo sie leben und integriert sind, auch Abschied von ihren Verstorbenen nehmen können», sagte Gemeinderätin Ursula Wyss laut Mitteilung der städtischen Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.

Für Angehörige des Judentums besteht in Bern mit dem jüdischen Friedhof seit 1871 eine Begräbnisstätte. Angehörige des Islams können seit dem Jahr 2000 auf dem Bremgartenfriedhof ihre Verstorbenen bestatten. Im vergangenen Sommer wurde zudem ein Grabfeld für Buddhisten geschaffen.

Dass die fünf Weltreligionen nun auf dem Friedhof vereint sind, geht auf einen Massnahmenplan der Stadt Bern zur Förderung der Integration zurück. Sie will damit die Vielfalt der Bevölkerung in verschiedenen Lebensbereichen unterstützen. (sda/no)