Schweizer Methodisten unterstützen Kovi

Die Evangelisch-methodistische Kirche hat sich in einer Stellungnahme für die Anliegen der Konzernverantwortungs-Initiative ausgesprochen. Nur so könnten verantwortungslose Geschäftspraktiken gestoppt werden.


Das Einstehen für Menschenwürde und die Bewahrung der Schöpfung dürfe nicht an der Landesgrenze aufhören, heisst es in einer Stellungnahme der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz (EMK) vom 28. September. Für Christen sei es eine Selbstverständlichkeit, sich gegen die Ausbeutung von Mensch und Umwelt zu engagieren. Deshalb unterstütze die EMK die Anliegen der Konzernverantwortungs-Initiative.

Nötig sei diese auch deshalb, weil Schweizer Unternehmen immer wieder in Umweltskandale und Menschenrechtsverletzungen verstrickt seien. Dies zeige, dass die Freiwilligkeit bei der Verbesserung im Bereich Gesundheit und Menschrechte nicht ausreiche. Vielmehr sei es notwendig, dass klare gesetzliche Regelungen geschaffen würden.

Haftungsregeln nicht zu streng

In ihrer Stellungnahme erhebt die methodistische Kirche auch Einwände gegen die Argumente der Gegner der Vorlage. So sei die Behauptung falsch, die Initiative gefährde den Wirtschaftsstandort Schweiz. Im Gegenteil beruhe der weltweite Erfolg der Schweizer Wirtschaft darauf, dass Unternehmen verantwortungsvoll handelten.

Zudem stimme es nicht, dass die vorgesehenen Haftungsregeln zu streng seien. So müsse ein Geschädigter erst beweisen, dass die Tochterfirma eines Schweizer Unternehmens ihm einen Schaden zugefügt habe. Auch erstrecke sich die Haftung nur auf Tochtergesellschaften von Schweizer Konzernen, nicht aber auf deren Lieferanten.

Die Konzernverantwortungs-Initiative, über die am 29. November abgestimmt wird, findet in kirchlichen Kreise starken Rückhalt. Sowohl die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz als auch die katholische Bischofskonferenz und der Verband Freikirchen Schweiz haben ihre Unterstützung für das Anliegen zum Ausdruck gebracht. (no)