Festgottesdienst

Schausteller und Politprominenz feiern Jubiläum der Basler Herbstmesse

Nur fünf Mal ist die Basler Herbstmesse seit ihrem über 500-jährigen Bestehen ausgefallen – jedes Mal wegen einer Pandemie. Dies wurde im Basler Münster gewürdigt.

Zahlreiche Gäste versammelten sich im Basler Münster. Darunter auch Bundesrat Guy Parmelin. (Bild: z.V.g)

Mit einem Festgottesdienst im Basler Münster hat Basel am Wochenende das 550. Jubiläum der Herbstmesse gefeiert. Bundespräsident Guy Parmelin und der Basler Regierungspräsident Beat Jans haben sich in kurzen Grussworten an die Besucher im Münster gewendet, wie es in einer Medienmitteilung vom 31. Oktober heisst. Neben Vertreterinnen und Vertreter von Kantonen, Städten und Gemeinden, den Bannerherren der Basler Zünfte und der Fahnenträger der Schaustellerverbände nahmen auch viele Markt- und Schausteller am Gottesdienst teil.

Das Jubiläum der Basler Herbstmesse sei aus verschiedenen Gründen eindrücklich, erklärte Bundespräsident Guy Parmelin laut Mitteilung in seiner Ansprache. «1471, als die erste Messe in Basel stattfand, lebten nur gerade 10’000 Menschen in der Stadt. Basel war noch nicht Teil der Eidgenossenschaft, von Amerika war noch nicht einmal die Rede.» Seither habe die Messe 550 mal stattgefunden. Dass die Messe nur fünf Mal ausgefallen sei und das immer wegen einer Krankheitsepidemie wie der Pest, der Cholera oder der spanischen Grippe, das unterstreiche die «historische Dimension der gegenwärtigen Pandemie», erklärte Parmelin. «Möge es nie mehr ein Jahr ohne Basler Herbstmesse geben!», hielt der Bundesrat am Ende fest.

Der Basler Regierungspräsident Beat Jans erinnerte gemäss Mitteilung in seiner Ansprache an die Entstehungsgeschichte der Messe. Auf das Ende des Konzils, das Basel einen Aufschwung beschert hatte, folgte für die Stadt eine Wirtschaftskrise. Die Stadt suchte Auswege aus der Misere und beschloss, den Kaiser um das Messerecht zu bitten. Nach langen, zähen Verhandlungen war es 1471 so weit: Kaiser Friedrich III. händigte dem Basler Bürgermeister das Messeprivileg mit Unterschrift und Siegel aus. «Auch heute sind wir auf gute Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn angewiesen», erklärte Jans. Deshalb brauche die Schweiz ein Abkommen mit der EU.

Gaukler Gottes

Für den kirchlichen Teil des Festakts waren Kirchenratspräsident Lukas Kundert, Messepfarrerin Eveline Saoud und Pater Benedikt von der Basler Pfarrei St. Marien besorgt. Gemeinsam predigten sie über die Gaukler Gottes: So, wie sich in den Dörfern und Städten früher die Menschen über die Schausteller lustig machten, so habe man sich über jene Menschen lustig gemacht, die über Gott gesprochen haben. So, wie die alten Propheten niemandem nach dem Mund redeten, seien die Schausteller geradlinig und ehrlich, heisst es in der Mitteilung weiter. Ezechiel würde uns daran erinnern, dass wir leben sollten, ohne bitter zu werden. Die Herbstmesse ermögliche es den Menschen einmal im Jahr, alle Bitterkeit zu vergessen und sich zu freuen. (bat)