Kampfwahl in Bern

Renate Grunder und Ursula Marti in den Synodalrat gewählt

Die beiden neuen Mitglieder des Synodalrats der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn heissen Renate Grunder und Ursula Marti. Sie konnten sich an der Sommersynode gegen den überraschend lancierten Christian Cappis durchsetzen.

Mit grosser Spannung dürften viele die Wahl um die beiden Sitze im Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn erwartet haben. Schliesslich kam es an der Sommersynode zu einer Kampfwahl, was bei einigen Synodalen im Vorfeld für Unmut und Irritation gesorgt hatte (ref.ch berichtete).

Während die Wahl von Renate Grunder von der Gruppe Offene Synode (GOS) unbestritten war, sah die Situation bei Marti und Cappis anders aus. Marti war die offizielle Kandidatin der Fraktion der Unabhängigen. Cappis trat aus dieser Fraktion aus, um als wilder Kandidat sein Glück zu versuchen (ref.ch berichtete).

Unterstützung erhielt er an der Sommerversammlung unter anderem von der Synodalen Eva Leuenberger. Sie gehörte zu jenen, die den Synodepräsidenten in einem Schreiben als Kandidaten empfohlen hatte. In ihrem Votum hielt Leuenberger fest, dass nur mit einer Wahl von Christian Cappis dafür gesorgt werde, dass auch das Land und nicht nur die Stadt im Synodalrat vertreten sei. «Mit zwei Vertreterinnen aus der Stadt ist die ländliche Kirchenbasis ausgeschlossen», hielt Leuenberger in ihrem Votum fest. In einer Demokratie sollten aber möglichst alle in der Exekutive vertreten sein.

Politisches Amt soll kein Hindernis sein

Um Demokratie ging es auch bei den Voten für SP-Grossrätin Ursula Marti. So wurden unter anderem ihre guten Verbindungen zur Politik lobend erwähnt. Dass ihr ausgerechnet ihre politische Tätigkeit negativ ausgelegt wird, konnte der Synodale Stephan Jütte nicht verstehen. «Es kann doch nicht sein, dass man sich mit einer ehrenamtlichen politischen Karriere ein Ei legt und deshalb nicht mehr wählbar ist», sagte Jütte. Gerade die Volkskirche lebe von Menschen mit solchen Engagements.

Wie sich bei der Abstimmung zeigte, scheiterte der Überraschungs-Angriff von Christian Cappis. Er verpasste mit 57 Stimmen die Wahl in den Synodalrat. Gewählt wurden Renate Grunder mit 150 Stimmen und Ursula Marti mit 99 Stimmen bei insgesamt 167 gültigen Stimmen. (bat)