Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn

Christian Cappis tritt als Kampfkandidat an

Der Synodepräsident Christian Cappis möchte in den Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn gewählt werden. Er wird von Mitgliedern der Fraktion der Unabhängigen unterstützt. Cappis tritt damit gegen die offizielle Kandidatin der Unabhängigen an.

Mit Christian Cappis wird ein weiterer Kandidat ins Rennen um die zwei frei werdenden Sitze im Synodalrat der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (RefBeJuSo) geschickt. Dies ist einem Schreiben vom 30. April zu entnehmen, das an alle Synodalen geschickt wurde. Darin heisst es unter anderem: «Wir bitten Sie, den derzeitigen Synodepräsidenten, Christian Cappis, als zweite Person in den Synodalrat zu wählen.» Cappis sei ein Mann des Ausgleichs, bei komplexen Themen sei ihm eine lösungs- und konsensorientierte Arbeitsweise gelegen. Unterzeichnet wurde der Brief von Mitgliedern der Unabhängigen Fraktion, darunter Bruno Wolfgang Bader, Irène Koopmans, Eva Leuenberger und Peter Lerch. 

Cappis, der selbst aus der Unabhängigen Fraktion ausgetreten ist, tritt damit gegen SP-Grossrätin Ursula Marti an, die von der Fraktion der Unabhängigen offiziell als Kandidatin aufgestellt wurde (ref.ch berichtete). «Mich haben verschiedene Mitglieder aus der Fraktion der Unabhängigen sowie aus anderen Fraktionen gefragt, ob ich kandidieren will», sagt Cappis gegenüber ref.ch. «Lange habe ich gezögert. Doch ich möchte mithelfen, den richtigen Kurs für das Kirchenschiff RefBeJuso zu setzen», sagt Cappis. Klar sei indes: «Der Sitz der Gruppe Offene Synode, für die Renate Grunder kandidiert, ist für mich unbestritten.»

Ihm sei es wichtig, dass die Kirche nah beim Volk ist. Er kenne die reformierte Kirche bestens und engagiere sich für die Vision einer breit getragenen Landeskirche, die sich für die gesamte Bevölkerung einsetzt. «Das zentrale Standbein der reformierten Kirche ist die Arbeit an der Basis, also in den Kirchgemeinden.» Dort müsse sie gute und wichtige Leistungen erbringen, damit auch klar werde, warum Mitglieder und Unternehmen überhaupt Kirchensteuern zahlen. 

Juristische Kompetenz

Der Jurist mit eigener Kanzlei war während 25 Jahren in der Kirchgemeinde Wohlen bei Bern ehrenamtlich tätig. In den letzten Jahren, bis Ende 2020, war er deren Präsident. Besonders wichtig sind dem 63-Jährigen die Chancen, die sich mit der Umsetzung des neuen Landeskirchengesetzes ergeben. Dieses regelt das Verhältnis zwischen Kirche und Staat neu. «Als einziger Jurist im Synodalrat könnte ich helfen, viele entscheidende juristische Fragen in diesem Bereich zu klären.»

Bei der Wahl an der kommenden Sommersynode geht es um den vakanten Sitz von Judith Pörksen Roder, die zur Präsidentin gewählt wurde, und denjenigen von Claudia Hubacher, die laut Mitteilung in einem Jahr das Pensionsalter erreicht und ihren Rücktritt per Ende August 2021 angekündigt hat. (bat)