Flüchtlingskrise

Religions­gemeinschaften appellieren an Politik

Die Schweizer Landeskirchen und die jüdische Gemeinschaft rufen anlässlich des Flüchtlingsschabbats und Flüchtlingssonntags dazu auf, das Leid der Schutzsuchenden nicht zu vergessen. Die Corona-Pandemie habe demonstriert, was internationale Zusammenarbeit bewirken könne.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass grosse Krisen nur in der internationalen Zusammenarbeit bewältigt werden könnten. Auch die Flüchtlingskrise könne nur durch die Anstrengung aller Länder gelöst werden. Dies schreiben die Schweizer Landeskirchen und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) in einer gemeinsamen Mitteilung zum Flüchtlingsschabbat und Flüchtlingssonntag vom 19. und 20. Juni.

Darin fordern die Religionsgemeinschaften Politik und Bevölkerung dazu auf, auch in der Corona-Krise Solidarität und Mitgefühl für die Flüchtenden auf der Welt aufzubringen. «Trotz der Sorgen aufgrund der Pandemie sollten wir das ungebrochene Leid der Flüchtlinge auf der Welt nicht vergessen und vor allem nicht ignorieren», heisst es in der Mitteilung vom 17. Juni.

Pandemie-Bekämpfung als Vorbild

Zur Bekämpfung der Pandemie hätten die Länder zusammengearbeitet und grosszügige Mittel aufgebracht, um in kurzer Zeit wirksame Impfstoffe herzustellen. Um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen abzufedern, seien zudem gewaltige Ressourcen eingesetzt worden. Dies könne auch als Beispiel in der Flüchtlingskrise dienen. Die nötigen Mittel dafür seien im Vergleich «ein verschwindend kleiner Bruchteil».

Unterzeichnet ist der Appell von der Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, Rita Famos, dem Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz Felix Gmür, Bischof Harald Rein von der Christkatholischen Kirche der Schweiz, und SIG-Präsident Ralph Lewin.

Am kommenden Wochenende machen zahlreiche Kirchgemeinden und Pfarreien schweizweit mit Gottesdiensten, Veranstaltungen und Gedenkaktionen auf das Leid der Flüchtenden aufmerksam. Laut dem neuesten Bericht des Flüchtlingshilfswerks UNHCR stieg die Zahl der Schutzsuchenden weltweit im vergangenen Jahr auf über 82 Millionen. (no)