Libyen

Küstenwache fängt mehr als 10’300 Flüchtlinge ab

Laut den Vereinten Nationen hat die libysche Küstenwache im letzten Jahr tausende Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer aufgegriffen und nach Libyen zurückgebracht. Dort drohten ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen.

Im Jahr 2019 hätten libysche Kräfte rund 8'400 Flüchtlinge auf dem Meer abgefangen. 2020 seien es mehr als 10'300 gewesen, sagte UN-Hochkommissarin Michelle Bachelet am 26. Mai. Etliche der Flüchtlinge und Migranten seien in die berüchtigten Gefangenenlager in dem nordafrikanischen Land gebracht worden, wo Hunger, Krankheiten und Misshandlungen auf der Tagesordnung stehen.

Die Hochkommissarin forderte die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, jegliche Kooperation mit Libyens Küstenwache von der Einhaltung der Menschenrechte abhängig zu machen. Die libysche Küstenwache müsse verpflichtet werden, die Menschen nicht zurückzuführen, sondern an einem sicheren Hafen abzusetzen.

Das Hochkommissariat gab zudem bekannt, dass in diesem Jahr bei der Überfahrt auf dem Mittelmeer mit Schlepper-Booten mindestens 632 Migranten und Flüchtlinge gestorben seien. Die Menschen stammen zumeist aus Afrika und Asien und wollen Gewalt und Armut in ihren Heimatländern entkommen. Sie versprechen sich ein besseres Leben in Europa. (epd/mos)