Verhüllungsverbot

Religiöse Frauenverbände lehnen Initiative ab

Die Verbände der reformierten, katholischen und jüdischen Frauen lehnen die Initiative für ein schweizweites Verhüllungsverbot ab. Sie untergrabe die religiöse Toleranz.

Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF), der Bund Schweizerischer Jüdischer Frauenorganisationen (BSJF) und die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) rufen gemeinsam dazu auf, am 7. März die Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abzulehnen. Das teilten sie am 12. Februar mit.

«Die Initiative untergräbt die Toleranz für Frauen, die sichtbare religiöse Zeichen tragen», erklärte Gabi Elikan, Mitglied des BSJF-Vorstands. Das vorgeschlagene Gesichtsverhüllungsverbot missachte das garantierte Recht, religiöse Bräuche und Gebote zu leben, worunter auch Kleidersitten fielen. Die drei Verbände lehnen die Initiative insbesondere ab, weil sie ein Klima schaffe, das Polarisierung fördere. Zudem sei sie nicht zielführend, weil sie Opfer von Zwangsverhüllungen bestrafe und nicht die Täter.

Für den Gegenvorschlag

Stattdessen sprechen sich die drei Verbände für den indirekten Gegenvorschlag aus, der bei Ablehnung der Initiative automatisch in Kraft tritt. «Der Gegenvorschlag enthält wichtige Verbesserungen für die Gleichstellung der Frauen», wird Gabriela Allemann, Präsidentin der EFS, in der Mitteilung zitiert.

Laut Abstimmungsunterlagen des Bundes sollen es punktuelle Gesetzesänderungen in den Bereichen Integration, Gleichstellung und Entwicklungszusammenarbeit ermöglichen, «spezifische Förderprogramme zu unterstützen und dadurch zur Gleichstellung der Geschlechter beizutragen». Zudem sollen Personen den Behörden ihr Gesicht zeigen müssen, wenn es für die Identifizierung notwendig ist. (sda/vbu)