Abstimmung

Evangelische Allianz bei Verhüllungs­verbot unentschieden

Die Schweizerische Evangelische Allianz will für die Abstimmung über das Verhüllungsverbot am 7. März keine Empfehlung abgeben. Es gebe gute Argumente sowohl für wie auch gegen die Initiative.

Wenige Wochen vor der Abstimmung über das Verhüllungsverbot haben Befürworter und Gegner der Initiative Stellung bezogen. Viele Religionsgemeinschaften haben sich deutlich gegen ein nationales Verbot ausgesprochen, darunter auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (ref.ch berichtete).

Keine eindeutige Position beziehen will die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA). In einem Orientierungspapier beschränkt sie sich stattdessen darauf, Pro- und Kontra-Argumente zur Initiative zusammenzustellen. Da es auf beiden Seiten gute Argumente gebe, verzichte die SEA auf eine Abstimmungsempfehlung, heisst es dazu.

Bedenken wegen Religionsfreiheit

Für ein Ja am 7. März spreche namentlich, dass eine Verhüllung «grundsätzlich nicht zu unserer Kultur passt und wir – abgesehen von ausserordentlichen Situationen – unser Gesicht zeigen», schreibt die SEA. Dies lasse die Identität erkennen und fördere «Vertrauen und Sicherheit».

Auf der anderen Seite stelle sich die Frage, ob ein generelles Verhüllungsverbot nicht die Religionsfreiheit unzulässig einschränke. «Ja, es besteht gar die Gefahr, dass Personen, die aus religiösen Gründen ihr Gesicht verhüllen wollen, sich aufgrund des Verbots aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und sich nicht wie gewünscht in die Gesellschaft integrieren», schreibt die SEA.

Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot » war im September 2017 vom sogenannten Egerkinger Komitee eingereicht worden. Bundesrat und Parlament empfehlen, die Initiative an der Urne abzulehnen. (no)